Auftragsarbeit. Neu.

SKIZZEN

Zeichnungen - Konzeptlos.

Die Rebellion der Topfpflanzen 2016

 

Einen unbeschwerten Tag auf meiner kleinen Insel in der Regnitz war der Plan an diesem sonnigen Vormittag, an dem ich nichts bessere zu tun hatte als in der Sonne zu Transpirieren. Nur hatte ich nicht damit gerechnet das Es den gleichen Gedanken hatte wie ich und sich an diesen Tag in mein Leben drängen würde. Im Gewächshaus der Biosphäre meiner Insel kommt es zu dem frisch gesäten Samen einer neugierig aufgenommenen Begegnung zwischen mir und dem Eindringling. Diese Anomalie meines in sich geschlossenen Inseldaseins, nicht erwünscht und irritierend, greift um sich um meiner Insel seinen Stempel aufzudrücken. Wie anmaßend in seiner Substanz mit Alleinanspruch auf die Welt und den Richtigen Weg, dem Es doch immer wieder gern allen anderen Menschen aufdrücken will. Geblendet von all der Pracht auf der Insel des Lebens, versucht ES die Welt umzuordnen und es nimmt die für sie neuen Impulse, Informationen des Lebens wahr und interpretieren diese, wie die Höhlenbewohner in Platos Höhlengleichnis. Einen Schritt nach dem anderen, den eigen Blumentopf zerbrechend um neue Horizonte zu erforschen, tritt dieses neue Pflänzchen im günstigsten Fall, aus dem Schatten des Inseldaseins ins Licht des Lebens. Eine behütete Inanspruchnahme der neu zu endeckenden Horizonte, die im warmen Dunst der schönen Zeit den Majestätischen Glanz der eigenen Gedanken überschätzt. Der Glaube an die eigene Selbstbestimmte und Gedankenautonomie, führt zu dem absoluten Richtig oder Falsch und die daraus resultierenden Heuristische Antworten auf alle Fragen. Verkleisterte Faktenzitate einer Bücherinterpretationsmentalität mit wenig Erfahrung, plus dem Anspruch die Welt zu verbessern. Leben, Lesen, Wissen, bloß nicht scheitern und die Interpretation des selbigen. So sehen Sieger aus, Gewinner, wer will schon ins Verhältnis gesetzt werden mit dem Makel des Scheiterns, dem Verlieren der Kontrolle über das eigene Dasein.  Das Dasein prägende Formen sind Berge und Täler mit Flüssen, Inseln und Sümpfen, Landschaften einer anstrengenden, Charisma und Charakter hervorbringenden, nicht flachgebügelten Ebene sind unerwünscht. Es ist zum Stiere melken. Es bin ich und ich bin Es. Ich bin mir, an diesem Tag, auf meiner Insel wie es scheint selbst begegnet. Meiner eigenen gespiegelten Daseinsanomalie mit Anspruch auf mehr. Im Bild zu sehen sind überarbeite und ins Verhältnis gesetzte Skizzen von Simon und Es.

160 x 120 cm, Bleistift, Buntstift        

Nektar 2016

 

In verschwindenden Schein gehüllt, entsteht ein Farbspiel in weiter Ferne. Unfassbar, nicht greifbar, diffus, unmöglich einzuordnen, wird aus dem wirbelnden Schein im Grenzbereich der Wahrnehmung, beim Näherkommen ganz langsam ein Sein. Ein filigranes Lebewesen, immer in Bewegung, immer getrieben vom Hunger nach Nektar, ruhelos, rastlos bis irgendwann das Herz zu schlagen aufhört.  Ein Kolibri. Eine Analogie zum menschlichen Dasein?  Sind wir nicht auch Kolibrimentalitäten, auf der Suche nach Impulsen die das eigene Sein befeuern? Flatternde Inanspruchnahmen des Lebens?  Das Eigengewicht überschätzend, ist die Gewichtigkeit eher als belanglos einzustufen, dagegen ist die Gewichtung, das Gleichgewicht des Flügelschlags auf der Suche nach der ertragreichsten Blume lebensnotwendig. Im Blumenmeer der Möglichkeiten ist es natürlich schwer, wenn nicht ganz und gar unmöglich, sich für die richtige Blüte zu entscheiden. Trotz allem, ist er allen Widrigkeiten zum Trotz, immer auf der Suche nach der perfekten Blüte, ohne zu wissen wieso. Einer Blüte die den bitteren Nektar der Erkenntnis in sich trägt. Bitter, weil diese Sehnsucht nach neuen Horizonten, neuen Impulsen, Nektar, nie befriedigt wird. Bitter auch, weil er immer getrieben, rastlos, nie ganz zufrieden nach dem Absoluten sucht, nur um am Ende erkennen zu müssen, das jedes Tor was durchlebt wird, 100 neue Richtungen eröffnet.    Sein Leben ist wie Blumen pflücken. Nur, dass der Strauß in der Hand immer kleiner wird und die Wiese immer bunter.  Die Abstraktion der Blumenwiese wird somit zum Lebenszweck für ihn, um sich die Welt zu erklären.  Er sieht die Wiese vor lauter Blumen nicht mehr, er sieht nur noch Scheinwelten, verliert sich in immer abstrakteren Theorien die sich aufschlüsseln in Elementarteilchen, Strings oder Nullbranen.   Denn der globalisierte Kolibri ist unerreicht präzise in seiner Informationsverarbeitung. Verliert bei der Masse an zu verarbeitenden Informationen aber die einzelne in sich gefasste Schönheit einer einzigen Blume aus den Augen.  Er verhungert somit früher oder später am gedeckten Tisch der ihn umgebenden Schönheit. Im Bild zu sehen ist ein abstrahierter Vogel. Eine abstrahierte Frau aus deren Geschlechtsteil der Nektar tropft. Denn der Sexualtrieb ist einer der elementarsten Impulsgeber dem wir unterliegen.  Die immer weiter aufgeschlüsselte Abstraktion der Welt im linken Teil.  Pflaster und Blut im linken Teil, die Pflaster auf der Wunde als Analogie für Verletzlichkeit und neue Impulse, das sind die Ecken und Kanten die uns immer wieder zu abrupten Richtungswechsel zwingen. Richtungswechsel die willkürlich anmuten, aber in der Dynamik des Gesamtsystems zu immerwährender Erneuerung führen. Im rechten Teil sind Uhren zu sehen, symbolisch für die zeitliche Begrenzung der Nektarsuche, man hat nicht alle Zeit der Welt. Zwei Uhren, weil die Gleichzeitigkeit der Suche vieler Menschen zu der Dynamik führt, die die Gesellschaft vorantereibt.                                                                                                                           160 x 120 cm, Bleistift, Buntstift         

Skizzen

GEDANKENAUTONOMIEILLUSION 2016

GEDANKENAUTONOMIEILLUSION 2016.

 

Ein intelligenter Smiley mit freiem Willen, im Flug durch seine ganz persönliche Raumzeit, ist eine Metapher, einer Metapher, einer Metapher meines Gehirns auf die Wirklichkeit. Das was aus der Interpretation der elektrischen Impulse meines Gehirns als Selbstverständnis meiner Realität projiziert wird, ist nur eine Annäherung - Metapher Nummer eins.Das was aus dieser Interpretation in reduzierte Sprache umgesetzt wird, ist nur eine Annäherung an das was die erlebte Wirklichkeit tatsächlich in sich vereint - Metapher Nummer zwei. Das was als elektrischer Impuls in meinem Kopf ankommt, dann von meinem Wackelpudding interpretiert wird, um dann mit der Summe meiner Erfahrungen abstrahiert ins Verhältnis gesetzt zu werden, und über die Sprache den Versuch startet, es dem Gegenüber näher zu bringen, ist Metapher Nummer drei. Nummer vier wäre dann die Abstraktion der Abstraktion. Ein schönes Beispiel in diesen Kontext ist die Quantenmechanik - eine Abstraktion die sich immer weiter potenziert. Abstrahierte Welten des Verstandes sind unser kollektiver Versuch, die Welt zu erklären. Das was ihr im Augenblick lest, ist mein ganz persönlicher Metapherstand in Wechselwirkung mit der Welt die mich umgibt, soll heißen, der Text spiegelt meinen augenblicklichen Stand der Abstraktion oder vereinfacht ausgedrückt, den aktuellen Versuch mir das Leben zu erklären. Es ist die ganz persönliche Propaganda meines  Gehirns, eine Propaganda die mir weismacht, dass ich der Herr über meine Sinne bin und das die Schlüsse die ich aus den elektrischen Impulsen ziehe, absolut sind. Gedankenautonomieillusionen einer Logikgeschmacksnoteninterpratation meines Gehirns. Daraus mutiert meine ganz persönliche Gedankenautonomie im Fokus meiner Selbstzweifel. Mein Zweifel wird zum Selbstzweck und reduziert sich auf diese Weise selbst. Er ist nicht mehr Suche, er ist EGO, ein riesiges Ego ohne Grenzen, das versucht sich und seine Denkweisen zu behaupten.                                                                                                                  Im Bild zu sehen sind blinde Smileys auf der abstrahierten Suche nach was auch immer. Zu sehen sind auch Symbole für Autonomie und hohe Ideale. Auch das, was unter der aufgesetzten Oberfläche an morbiden Gedankenwelten lauert ist symbolisch dargestellt, plus die mannigfaltigen Interpretationen, von Hass und Liebe, Wertungen, Benotungen die uns Halt geben, aber auch nichts weiter sind als Interpretationen der Realitäten. Die Wertungsnotenanalogie resultiert aus einem Experiment zu dem Thema,  Wahrnehmungstrübung durch Vorinformationen. Oben rechts in Form eines übergeordneten Blickes, die sofortige Infragestellung der Schlüsse die gezogen wurden - in diesem Fall: meine.

 

160 x 120 cm, Bleistift, Buntstift         .                                                                                 http://www.tommy-kny-petzold.de/                                                                                             

 

tOmMyYyy  y   Kny  -  pEtZoLd

 

TIC TAC TOE

 

TIK TAK TOE

Durch Druck entstandener Pigmentabrieb wird zu einer Linie und diese mutiert.

Die Dynamik der Wechselwirkung der in sich verwickelten Impulsketten bewirkt, dass ein Kreuz oder ein Kreis aus dieser Mutation entsteht.

Das Spiel beginnt.

Immerwährender nicht wirklich origineller Idealismus, immer wieder mannigfaltig aufgekocht ist gleichzusetzen mit diesen Spiel.

Es zeigt uns auf, dass dieses Ideal der Kontrolle, selbst bei einem so simplen Spiel für uns nicht möglich ist, ja unerreichbar scheint.

Die Annahme, dass es immer auf ein Patt hinauslaufen muss, wenn beide Spieler keinen Fehler machen, lässt außer Acht, dass nach der Unschärferelation nicht vorherzusagen ist, dass niemals jemand einen Fehler macht und die Entropiezunahme sagt aus, dass früher oder später ein Fehler entstehen muss.

Auch der ganz normale Menschenverstand sagt mir, dass, wenn beide Spieler sehr lange die immer und immer wieder gleichen Abläufe des Spiels nachvollziehen, früher oder später die Konzentration nachlässt und einer der beiden dadurch verlieren wird.

Das Ideal ist tot, es lebe das Chaos.

So mutiert die angestrebte Realität früher oder späteren zu einem unausweichlichen Scheitern der angestrebten Ordnung.

7,3 Milliarden Menschen sind im Augenblick auf der Welt.

Teilt man sie auf in Kreuze und Kreise hat man eine Version von Tic Tac Toe, die den Wahnsinn in sich trägt.

Dieser Wahnsinn ist schön.

Eine Harmonie des Chaos, irre, unvorhersehbar, pervertiert und grausam idealistisch verseucht mit Dogmen und politischen Plattitüden.

Aber auch liebevoll, mitfühlend, in sich stimmig, eine Sinfonie des Lebens, so klangvoll und wundervoll, dass emotionale Menschen darin versinken dürfen.

Das Spiel deines Lebens.

Schau dir die Regeln an und mach das Beste daraus.

Nutze diese Regeln, verbiege sie, im Notfall brich die Regeln, um dich selbst zu verwirklichen.

Diese Verwirklichung bedeutet im Sinne des Spiels ein Kreuz oder einen Kreis, einen Impuls im großen Spiel des Lebens.

Nicht für das große Ganze, sondern nur für dich.

 

 160 x 120 cm, Bleistift, Buntstift

DAS KONSTRUKT 2015

 

Das Konstrukt 2015

 

Das Konstrukt der Beschleunigung spiegelt sich relativ zueinander, in von der Geschwindigkeit abhängenden verschobenen Wahrnehmung.                                                                                                           Untergeordnet zeigt es sich, in unterschiedlichen Bewusstseinsebenen mit verschieden Meinungen und Ideologien.                                                                                                                   Zwei Menschen, die sich relativ zueinander auf einer Kanonenkugel bewegen würden, nehmen die jeweilige Realität etwas anders wahr.  Leider ist der fiktive Ritt auf der Kanonenkugel eher Münchhausen vorbehalten. Die beschleunigte Illusion eines Lügenbarons. Eine Facette dieser Geschichte wäre eine Analogie zum Leben im Allgemeinen, wir jagen durch die Zeit und sind am Ende auch nichts weiter als eine Geschichte.  Eine Illusionswellenkugelexpansion des Planeten Erde.                                                                                                                              Im Fahrwasser dieser Welle rasen wir immer weiter voran, ohne Chance auf Umkehr oder Stillstand. Wir entreißen dem uns umgebenden Chaosozean im allerbesten Fall einen geordneten Bewusstseinsfunken. Dieser Funke zündet und wird zu einem vorantreibenden Impuls, zu einem schlagenden Herzen, einem Leben, dir.  Am Beginn ein uniformer profilloser Reifen der das Rollen erst noch lernen muss,  ist dieser Funke eher als Ei einzustufen, ohne die Fähigkeit selbständig zu Rollen. Schnell und leidenschaftlich bewegen wir uns durch das Leben um Abrieb, Chaos auf unseren Weg des Lebens zu erzeugen.  Partikelstaubwolken sind die  Randerscheinungen dieser Entropiezunahme beim Befahren des Weges, wir regen sie an und lassen sie schnell hinter uns zurück. Wolken die die Zukunft formen. Sie sind die Impulse für die anderen noch uniformen furchenlosen Reifenexistenzen.                                                                                                       Fahr über jede rote Ampel, überschreite die vorgegebene Geschwindigkeit, fahr neben der Straße wenn es sein muss und lass es ab und zu mal Krachen. Das daraus entstehende Profil ist die Summe der Erfahrungen die dich ausmachen und andere anregt, inklusive der eingefahrenen Nägel.                                                                                                                           Mit der relativen Beschleunigung zueinander wechselwirken wir miteinander und das charakteristische Profil erzeugt die dazu gehörige Bewusstseinsessenz.  Eine Kollision der Egos im Lebensverkehr, der damit endet, dass der Reifen platzt. Es schält heraus was eigentlich nicht sein kann, ein Bewusstsein, ein Hauch von Hoffnung, ein Profil im Profil, ein Miniversum im Universum.  Ist also der Abrieb des Lebens die Quintessenz?                                                                                                  Du?                                                                                                                                Übertrieben getrieben und mit dem Treibstoff des Lebens infiziert bist du nun vom Ei zum Rad mutiert.

 

Herzlichen Glückwunsch.

 

160 x 120 cm, Bleistift, Buntstift         .                                                                                                             tOmMyYyy  y   Kny  -  pEtZoLd

 

WOCHEN

WOCHEN

 

Zeit ist das elementare Thema des Bildes.

Das elementarste Thema überhaupt.

Die Planck-Zeit beschreibt das kleinstmögliche erdachte Zeitintervall, für das die bekannten Gesetze der Physik gültig sind.

Das kleinste bis jetzt (2015) gemessene Zeitintervall ist eine Attosekunde, das ist das 100.000.000.000.000.000.000.000.000fache der Planck-Zeit.

Das größtmögliche Zeitintervall in unserer Daseinsblase ist die Zeitspanne zwischen dem inflationären Urknall bis heute.

Zeit ist für die meisten Menschen etwas, was sie mit Uhren, dem Vergehen bzw. der Vergänglichkeit in Verbindung bringen, aber eben nicht mit der Zunahme von etwas.

Zeit - das Elementarste, um das unser Leben kreist, wie ein Insekt, was kurz vor dem Flug in die Flamme steht.

Zeit - ist ein diffuses Nichts und doch so unaufhaltsam und konsequent, wie ein Güterzug der auf dich zurast.

Zeit - gleichzusetzen mit  „Du wirst sterben.“

Zeit - sind 38 Wochen bis zur Geburt eines neuen menschlichen Lebewesens.

Zeit - die immer zu schnell vergeht, verschwendet wird, sich nach trivialen Sein im Nichts verliert.

Zeit - der Granit, an dem sich die Wissenschaft bis heute die Zähne ausbeißt.

Zeit - für mich ein Eimer voll Pisse in dem man Katzen ersäuft.  Soll heißen:  Ich hasse den Gedanken an meine beschissene Endlichkeit.

Ich will ewig sein, zumindest so lange wie ich will.

Ich möchte alles essen, will alles sehen, alles lernen, jede Frau ficken, jedes Buch lesen, alle Formen von Schmerzen erfahren, jede Facette von Liebe erleiden, jede Art von Enttäuschung durchleben, morden, jedes Verbrechen begehen, mich verirren,  jedes Musikinstrument spielen lernen , jede Stilrichtung verinnerlichen, mit meinen eigenen Raumschiff dieses Universum erforschen , eben alles tun, was mir dieses Universum erlaubt und zwar jede Facette davon.

Ich will die ultimative Antwort auf alle Fragen erfahren und verstehen lernen.

Ich will alle in Wechselwirkung stehenden  Erfahrungen machen, die in unserem Universum möglich sind, um mir erst dann die absolute Meinung zu bilden.

Leider auch dann immer nur ein Teil der absoluten Wahrheit.

Plankzeit, Attosekunde , Retrosekunde, Millisekunde, Sekunde, Minute, Stunde, Tage, WOCHEN, Monate, Jahre, was auch immer, am Ende nur der zu schnelle Tod.

Aber zum Glück kommt davor noch eine Menge mehr, leider immer zu wenig von allem.

In Chaosspannen gepresstes Leben, die weniger als nichts sind, zu kurz um etwas davon zu verschwenden.

Im Bild zu sehen, die Zunahme von Chaos, Zeit, zu sehen im bezeichneten Plakativen zerrissenen Untergrund.

Im Linken Teil ist eine abstrahierte Frau zu sehen, sie ist verbunden mit dem Schriftzug Wochen, der wiederum auf der anderen Seite ausläuft, in einer weiteren abstrahierten Frau, einer Frau die kurz vor einer Geburt steht.

 

 

 (3m x 1,30 cm, Buntstift, Bleistift, Feinliner)

 

 tOmMyYyy y Kny – pEtZoLd

 

TSCH TSCH TSCH, JA WAS? 2015

TSCH TSCH TSCH, JA WAS? 2015

Mit den Worten „Tsch tsch tsch, ja was?“ und einem Biss in meinen Finger, der danach gar nicht mehr aufhören wollte zu bluten, ist er in mein Leben getreten. Hektor.  Eigentlich als Vogel von der Evolution mit Flügeln ausgestattet, war er eher als fluguntauglich einzustufen.  Wenn er sich dann doch einmal vor lauter Angst ein Herz gefasst hat und den Absprung in das undurchsichtige Element Luft riskierte, sah er eher immer wie eine Motte aus, die ins Licht fliegen will, es sich aber kurzfristig während des Fluges anders überlegt.  Aber, dafür hatte er allerdings das für einen Vogel umstrittene Talent,  das Lied „Kuckuck ruft‘s aus dem Wald“ singen zu können. Die Meinungen mögen da auseinander gehen und die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt sein. Manch einer wird behaupten, er war zu sehr vermenschlicht.Er lebte nun mal unter Menschen, da bleibt eine gewisse wechselwirkende Dynamik nicht aus.        Ein anderer wieder wird sagen, der arme Vogel kann nicht fliegen, ein Vogel muss doch fliegen können.  Aber was muss man denn? Nur weil alle meinen, das etwas so oder so sein muss, nur weil es immer so war, ist für mich eher ein Indiz für zu wenig Phantasie. Für mich eher ein Grund meine Verhaltensstrukturen zu ändern. Wer will schon sein wie„jedervogel“?                                                                                                        Ich würde denken, fliegen können doch alle Vögel, aber „Kuckuck ruft‘s aus dem Wald“ singen, das können sicherlich nicht sehr viele gefiederte Mitplanetenbewohner und das macht ihn zu etwas besonderen. Ein Tupfer Rot im uniformen Grau. Sehr interessiert an allem. Allerdings mit einer großen Portion Angst im Nacken, hat seine Neugier doch immer wieder triumphiert. Neugierig, schüchtern und auf der Suche nach Liebe hat er Pfeile in alle Himmelsrichtungen versandt. Einer davon traf mich beim Besuch des Tierheims mitten ins Herz. Ein Angriff auf meine Gefühle, dem ich nichts entgegenzusetzen hatte und auch nichts entgegen setzen wollte. Außer Liebe und der daraus resultierenden Zärtlichkeit zwischen zwei Lebewesen.   Eine klitzekleine fragile Daseinsblase war am Entstehen begriffen, um mit Liebe gefüllt zu werden. Liebe, ein Minniversum aus Ereignisfetzen, diese Augenblicksfetzen werden zu einem Augenblick der Zärtlichkeit und dieser Augenblick füllt das Blatt der Liebe bis es zu Boden fällt. Leider waren es nur drei von 43 Jahren die Hektor bei uns verbracht hat, bevor das Blatt zu Boden gefallen ist. Ein Blatt, beschrieben von uns und den Ereignissen in seinem Leben die für ihn von Bedeutung waren.  Ich würde mir wünschen, dass wir für ihn bedeutend genug waren, um einen kleinen Teil seines Lebensblättchens zu füllen.  Sein Leben fiel wie eine Feder dem Ende entgegen, lebenslang angetrieben von Hauch der Vergänglichkeit, so wie das deine. Bedeutung liegt nicht in der Größe, sie liegt im wahrhaftigen Sein. Der Tod kam schnell. Es ging ihm nur fünf Tage schlecht.                                                                                                                      Am fünften Tag lag ich mit ihm den ganzen Tag im Bett unter der Bettdecke und ich habe mich von ihm verabschiedet. Er hat es uns einfach gemacht, mit „Tsch tsch tsch, ja was?“ hat er uns begrüßt und mit „Tsch tsch“ ist er gestorben.                                                                                                                 Bye-bye  mein kleiner Liebling. Im Bild zu sehen ist Hektor als zentrales Element, um ihn herum die Ereignisfetzen seines Lebens.

 

160 x 120 cm, Bleistift, Buntstift         .                                                                                                                                                                         

tOmMyYyy  y   Kny  -  pEtZoLd