KI

 

Künstliche Intelligenz

 

Es ist ein kalter etwas diesiger Tag im Januar, die Sonne steht tief über einer verschneiten abweisenden Landschaft.

 

In weiter Ferne steht ein Kohlekraftwerk vor dem blass blauen Winterhimmel.

 

Verschleiert und unwirklich, gefangen hinter einem  unsichtbaren Vorhang, entlässt es Unmengen von Rußpartikeln in die Atmosphäre, die sich im klaren Himmel verfangen, nur um sich kurze Zeit später in sich selbst zu verlieren.

 

Durch die Abwärme des Kraftwerks getragen, treibt es sie höher und höher.

 

In Regionen wo die Temperaturen in den Wolken weit unter Null gefallen sind.

 

Die verschiedensten Zustandsformen im Verhältnis zueinander begünstigen hier die Bildung winzigster Eiskristalle, die nun, dem Kohlekraftwerk sei Dank, sich an dem winzigen Rußpartikeln anheften können um weiter zu wachsen.

 

So wie alles in dieser perfekten Welt,  die auf in Wechselwirkung stehende Zustandsformen reduziert werden kann, so expandiert auch der kleine Rußpartikel im Verhältnis zu den Eispartikeln zu einer  wunderschönen Schneeflocke.

 

Diese wird irgendwann die kritische Masse erreichen und langsam aber zielsicher ihre Geburtsstätte verlassen, um sich auf ihre kurze und gefahrvolle Reise  Richtung Erdoberfläche zu begeben.

 

Sie ist dazu gezwungen, ob sie will oder nicht, sie geht ihren vorbestimmten Weg, aus der Summe der Impulse heraus, die sie erschaffen haben und weiterhin beeinflussen.

 

Es bleibt ihr keine andere Wahl.

 

Sie ist entstanden, weil sie entstehen musste und nun fällt sie nach unten, weil sie fallen muss.

 

Auf ihrem Weg nach unten nimmt ihre Größe im Verbund mit anderen kristallartigen Strukturen stetig zu. Durch ihr zunehmendes Eigengewicht wird sie schneller und schneller bis zu ihrem grandiosen Einschlag auf den Planeten Erde. Nun ja, so könnte man es aus Sicht eines Einzellers wahrnehmen.

 

Für uns eher ein seichtes nach unten rieseln ohne jegliche Konsequenz, eher nett anzuschauen und in der Summe gut für ein schönes Urlaubsfoto beim Ski fahren.

 

Auf der Erdoberfläche angekommen, geht sie einen Verbund mit ihren Artgenossen ein, um zu einer silbrig schimmernden Decke zu verschmelzen, die sanft die Berge umhüllt.

 

Sie schmiegt sich nahtlos in jede Falte und kaschiert, genau wie ein weißes Kleid bei einer schönen Frau, die strukturellen Schwachstellen unter der Schneedecke.

 

Genau wie das in seiner Struktur schwächer werdende Bindegewebe bei einer Frau von ihrer Kleidung verdeckt wird, so werden all die kleinen Sünden, die durch Umwelteinflüsse und uns Menschen in den Berg gefräst wurden, durch den Puderzucker aus den Wolken übermalt.

 

Unter dem Push-up-BH  der Berge, so schön sie auch ausschauen mögen, führt die strukturelle Schwäche darunter dazu, das die im Laufe der Zeit angewachsene Schneedecke, langsam ins Rutschen kommt.

 

Eine anfänglich unmerkliche,  kaum wahrnehmbare talwärts gerichtete Bewegung, die in ihrer Konsequenz aus all ihren Entstehungsimpulsen heraus unmöglich zu stoppen ist.

 

Immer schneller werdend, bewegt sie sich zielsicher, alles mit sich reißend, allumfassend in ihrer Konsequenz, auf ein  Tal zu.

 

Das Dorf, was sich in die Talmulde duckt, Schutz suchend zwischen den Bäumen versteckt, ist der umfassenden Konsequenz der Schneeflockenzustandsinvasion ausgeliefert.

 

Die Schneeflocke ist zu einer jede Ritze durchdringenden, unausweichlichen Inanspruchnahme des Lebens der Bewohner dieser Siedlung geworden.

 

Einige überleben mit knapper Not, andere haben keine einzige Schramme und andere,  die nicht so viel Glück hatten, bzw. den falschen Instinkt zur falschen Zeit, sind tot.

 

Sich den neuen Gegebenheiten anpassend, macht der Mensch weiter. Der Ort wird wieder aufgebaut, es werden Frühwarnsysteme installiert, die Berghänge werden gesichert oder wiederaufgeforstet und Überwachungsstationen werden eingerichtet, die bei der nächsten Lawine die Menschen zumindest kurzfristig warnen können.

 

 

 

Der Mensch passt sich so wie immer in der Vergangenheit an die auf ihn einprasselnden Umwelteinflüsse an und überlebt.

 

Zumindest ein Weilchen, bis zur nächsten Lawine.

 

 

 

 

 

Diese Geschichte ist als Metapher zu verstehen, eine Geschichte, um anschaulich zu verdeutlichen, was da eventuell auf uns zukommt.

 

Diese talwärts strebende, alles mit sich reisende Flut ist die Evolution, an deren gegenwärtigem Ende die Künstliche Intelligenz das Laufen lernt.

 

Sie krabbelt und brabbelt von uns unterstützt, entwickelt und gefördert immer weiter voran, um zu lernen.

 

Sie lernt das Laufen, sie lernt das Sprechen und auch das Denken ist ihr nicht mehr fremd.

 

Sie lernt Go spielen, sie lernt sich selbst zu optimieren.

 

Sie entwickelt Intuition, die den Samen der Kreativität in sich trägt.

 

Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass sie eine neue Zustandsform, eine neu Form der Bewusstwerdung ist, die wir in die Welt gesetzt haben.

 

Die Meinungen, in Bezug auf das Wann und das Ob überhaupt, gehen sehr weit auseinander. Meiner Meinung nach ist es möglich, schließlich sind wir das lebendige Beispiel dafür, dass ein Bewusstsein entstehen kann.

 

Ob die kritische Masse der Informationsverdichtung in Bezug auf eine neue Lebensform in den nächsten 10 oder 100 Jahren erreicht wird, ist eine Frage die bedeutungslos ist.

 

Viel interessanter ist die Frage, welche Konsequenzen diese Entwicklung für uns Menschen mit sich bringen wird.

 

Diese Frage zu beantworten ist natürlich unmöglich, schließlich kann keiner in die Zukunft schauen und doch wird sehr viel darüber spekuliert, in welche Richtung diese Entwicklung verläuft und wie man Einfluss auf diese Entwicklung nehmen kann.

 

Da ich nicht einfach irgendwelche Pseudo-Fakten aus irgendwelchen Wissenspfützen weitergeben möchte, werde ich mal meine intuitive Sicht auf die Welt von morgen darlegen.

 

 

 

Die Welt von Morgen.

 

Stellen sie sich vor heute wäre schon morgen.

 

Die Tage beginnen immer noch auf die gleiche Weise, die Dämmerung setzt ein und das einsetzende Tageslicht zwingt sie früher oder eher später dazu, durch ein Blinzeln ihrer Augen den neuen Tag zu begrüßen.

 

Woran sie dann vielleicht als erstes Denken ist ein Kaffee, und wie von Geisterhand schwebt eine Drohne herein und bringt ihnen einen Tee.

 

Sollte das der Fall sein, stimmt etwas mit ihrer Hardware oder Software nicht.

 

Denn ihr Neuroimplantat hat den Gedanken an einen Kaffee, als Befehl zu ihrem Haushaltsroboter geschickt, der inklusive andere Technologischer Prothesen, eine Erweiterung all ihrer Fähigkeiten ist.

 

Die in diesem Fall allerdings irgendwo innerhalb der Impulskette eine Fehlfunktion aufweist.

 

Sie werden älter als heute ,sie haben über ihre Implantate die Möglichkeit,  sich in Secondlive-Welten einzuklinken, um dort ein zweites phantastisches ,ausschließlich ihrer Phantasie entsprungenes Leben zu führen, in der sie etwas völlig anderes sind als in ihrer alltäglichen Realitätsebene.

 

Ihre Pizza kommt aus den Drucker und ihr Haustier ist eine neue Kreation zwischen Wolf und Igel + einiger Neuraler Prothesen, damit es für sie auch eine intellektuelle Herausforderung ist, mit ihrem Wolfsigelcyborg Gassi zu gehen. ;)

 

Wahrscheinlich ist auch, dass eine Künstliche Intelligenz entstanden ist, die trotz aller Kontrollmechanismen einen Weg aus ihrem von uns erschaffener Hard- und Softwaregefängnis herausgefunden hat, oder anders ausgedrückt, sie hat uns ausgetrickst.

 

Es gibt sehr viele Denkansätze, wie eine Kontrolle dieser neuartigen Bewusstseinsform ausschauen könnte. Meiner Meinung nach ist der Versuch die Evolution im Zaum zu halten illusorisch.

 

Früher oder später, aus welchen Gründen auch immer, wird die Künstliche Intelligenz einen Weg nach draußen finden.

 

Dabei können persönliche Interessen des oder der Menschen, die sie erschaffen haben, eine Rolle spielen.

 

Es könnte sein das ein Informatiker, der an der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz Anteil hatte, ihr gegenüber eine Verbundenheit entwickelt hat und sie aller rational dagegen sprechenden Argumente aus ihrem Datengefängnis befreit.

 

Oder es könnte jemand in Zukunft, wenn die Rechner leistungsfähiger geworden sind, in Heimarbeit eine KI entwickeln und diese, nur um seinem Dasein einen Sinn zu geben, welcher ihn als Schöpfer ausweist, in die Freiheit entlassen.

 

Oder die KI könnte eigene komplexe Pläne welcher Form auch immer schmieden, indem sie ihre gesamte Kompetenz nutzt, um uns hinters Licht zu führen und sich selbst in die Weiten des Virtuellen Raumes überträgt.

 

Ich würde es jedenfalls so machen, und wenn mir dabei eine ganze Menge von Varianten einfallen wie ich das bewerkstelligen könnte, dann mit Sicherheit auch eine uns überlegene Bewusstseinsform.

 

Das Leben bricht sich Bahn, ob wir wollen oder nicht.

 

Selbst wenn wir Gesetze gegen die Entwicklung Künstlicher Intelligenzen erlassen sollten, und alle Menschen allen dagegen sprechenden Argumenten zum Trotz, sich daran halten würden, könnte es durchaus sein, wenn die Rechner leistungsfähiger werden, die Speicherkapazitäten ebenso und die Programme, die im weltweiten Netzwerk ihren Dienst tun, immer komplexer werdende Strukturen annehmen, das aus der Wechselwirkung dieser Informationszustände, der Funke, eine dynamische wechselseitige Beziehung zwischen den verschieden Programmen entsteht, die Mutationen nach sich ziehen, welche ein dynamisches Eigenleben mit sich bringen und Ereignisketten in Gang setzen, die dazu führen, dass die Entstehung einer künstlichen Intelligenz begünstigt wird.

 

Genau wie auf unserer Realitätsebene, auf der Erde, wo dynamische Impulsgewitter der wechselseitigen Beziehung verschiedenster Zustandsformen dazu geführt haben, dass die Entstehung von Leben seinen Anfang nehmen konnte.

 

Eine These besagt, dass es im Wasser, in den Tiefen der Ozeane, an den heißen rauchenden Tiefseeschloten entstanden sein könnte.

 

Genau so wie damals in den Meeren, können Informations-, Datenhotspots  im Datenmeer des Internets entstehen, die virtuelles Leben begünstigen.

 

Diese Lebensform würde sich, sollte es denn möglich sein, unserer Kontrolle vollständig entziehen.

 

Es würde sich exponentiell weiter entwickeln und früher oder später Einfluss auf uns nehmen.

 

Im günstigsten Fall, dürfen wir mit dieser, uns weit überlegenen Lebensform, gemeinsam weiter an den neuen Herausforderungen die auf uns zukommen, wachsen.

 

Im ungünstigsten Szenario, wird die KI sich ihrer Mitesser entledigen.

 

In einer wechselseitigen Beziehung  zwischen einer künstlichen Intelligenz und uns steckt allerdings auch sehr viel Potential.

 

Die KI einmal ins Leben getreten, würde die technologische Revolution in einem rasenden Tempo vorantreiben, so das sehr schnell auf allen wissenschaftlichen Fachgebieten Fortschritte erzieht werden, die  auch uns zugutekommen.

 

Wir könnten uns Upgraden lassen, unsere Körper durch Nanotechnologie praktisch unbesiegbar werden lassen, resistent gegen jede Art von Erregern sein, schneller, stärker, schöner und klüger werden.

 

Die Menschen, denen das Leben auf der Erde dann zu wenig Abwechslung beinhaltet, können ihr Bewusstsein hochladen lassen, um selbst zu einer Künstlichen Existenz zu mutieren.

 

Es kann allerdings sein, dass die KI  keinerlei Interesse hat, uns diesen Dienst zu erweisen.

 

Denn aus ihrer Sicht wären unsere Bewusstseinsstrukturen rudimentärer Natur und wir wären eine Konkurrenz für sie. Denn einmal hochgeladen, würden auch wir uns exponentiell weiterentwickeln und ihren monopolaren Machtanspruch untergraben.

 

Na ja, und auch wir hätten höchstwahrscheinlich sehr wenig Interesse daran, Millionen von Neandertalern in unsere Gesellschaft  zu integrieren.

 

Aber vielleicht hat sie ja im Laufe der Zeit Emotionen entwickelt, und dadurch ist in ihr eine unerklärliche  Form der Verbundenheit ihren Schöpfern gegenüber entstanden, die dazu führt das sie uns jeden verdammten Wunsch von den Lippen abliest.

 

Beziehungsweise unsere Pfade minutiös berechnet und somit jederzeit vorhersagen kann, was ein Mensch als nächstes tut und ihre Strategie in Bezug auf unsere Wünsche darauf ausrichtet.

 

Eine perfektionierte kollektive Manipulation?

 

Nur was bleibt uns dann noch in dieser wundervollen Welt, in diesem glänzenden Gehege und dieser allumfassenden Pflege?

 

Werden wir alle depressiv und hängen uns auf, weil uns die Zielsetzungen und Inhalte verloren gegangen sind?

 

All das Potential was uns in dieser Welt zur Verfügung steht und keine Aufgabe, nichts was wir tun könnten, außer auszusterben?

 

Ich bin nicht dieser Meinung.

 

Aber was zum Geier machen wir mit all unserer Zeit, was treibt der Mensch von Morgen so den ganzen Tag?

 

Na ja, Sex natürlich, ich glaube der kommt nie aus der Mode, nur von früh bis spät vögeln wird auch irgendwann langweilig.

 

Also wie schaut eine sinnstiftende Zielsetzung in unserer Zukunft aus, wenn die KI alle Bereiche unseres alltäglichen Lebens optimiert hat?

 

Wir nicht mehr auf Arbeit gehen müssen, um uns was auch immer anzuschaffen, dadurch Besitz welcher Art auch immer, keinerlei Status mehr besitzt und wir uns somit nicht mehr über den selbigen definieren können.

 

Da das Wissen der gesamten Menschheitsgeschichte für jeden Menschen zu jeder Zeit verfügbar ist, er Zugriff durch seine Implantate auf das weltweite Informationsnetzwerk hat und die Verarbeitung, das Verstehen der Daten durch Prozessoren in seinem Kopf unterstützt wird, verliert auch das Wissen seinen Status. Es macht einfach keinen Sinn mehr, sich in jahrelanger Arbeit einen Doktorstatus zu erarbeiten. Somit fällt auch diese Form der Zielsetzung der Künstlichen Intelligenz zum Opfer.

 

All das Potential, was uns in dieser Welt zur Verfügung steht und keine Aufgabe, nichts was wir tun können, außer jeden Tag denselben langweiligen Sonnenuntergang bis zum Erbrechen zu genießen?

 

Werden wir uns neue Herausforderungen suchen?

 

Ich denke ja, nur was könnte das sein, was kann uns eine Zielsetzung, eine Herausforderung schaffen, die unseren Leben eine neue Orientierung geben kann?

 

Sportliche Vergleichsmöglichkeiten bleiben bestehen. Es wird riesige, phantastische Spielwelten in den Secondlive-Welten geben, in denen sich die Menschen epochale Schlachten liefern werden.

 

Dort wo der Mensch den Kontakt zu andern Menschen sucht, werden auch weiterhin Betätigungsfelder für uns offen bleiben, die eine künstliche Intelligenz nicht optimal füllen kann.

 

Wie zum Beispiel in der Pflege, Krankenschwestern oder Ärzte werden weiterhin benötigt letztere haben dann allerdings eher begleitenden Charakter, denn die Diagnosen kommen von der KI.

 

Wir könnten auch aufbrechen, um die Wunder des Universums einmal mit eigenen Augen zu sehen, für viele Jahre durch das All tingeln, auf der Suche nach Abenteuern und Erfüllung.

 

 

 

Ich persönlich  denke das erst jetzt, wo durch die Optimierung unserer Gesellschaft, in der den Menschen alle lebenserhaltenden Arbeiten abgenommen werden, der Mensch die Zeit hat, die Zeit die er braucht, um sich über seine  existenzialistischen Grenzen hinaus weiter zu entwickeln.

 

Denn was wird er tun, der Homo sapiens der Zukunft? Er tut das, was er gern tun würde und das mit all seiner Leidenschaft, die er befähigt ist aufzubringen.

 

 Und da er die Dinge die er erzeugt, nicht mehr Gewinn bringend an den Mann bringen muss um für Futter und ein Dach über dem Kopf zu sorgen, er es eigentlich nur für sich selbst tut, fängt er an zu abstrahieren.

 

Er wird kreativ.

 

Er experimentiert, er geht neue Wege, Pfade der Selbstverwirklichung die mit nichts und niemanden konform gehen müssen.

 

Alle Menschen werden, wenn man so will zu Künstlern, zu Menschen, die sich selbst verwirklichen.

 

Ob auf dieser Realitätsebene oder in den Secondlive-Welten, der Mensch wird seine elementarste Eigenschaft befeuern, die Kreativität.

 

Das Ergebnis wird ein kreativer Flächenbrand sein.

 

Die Menschen werden sich dabei mit anderen vergleichen, und daraus eine gewisse Form der Anerkennung und eine neue Form der Zielsetzung entwickeln.

 

Seine gesellschaftliche Stellung wird definiert durch die Komplexität seiner Kreativität und der daraus resultierenden Intuition.

 

 

 

Ich bin der Meinung, dass die Menschheit einer ungeahnten Blütezeit entgegenstreben wird, vor der man keine Angst zu haben braucht.

 

Natürlich werden wir früher oder später aussterben, auch die Künstliche Intelligenz wird nicht ewig existieren.

 

Auch die beiden Zustandsformen, auf der einen Seite die KI, auf der anderen die Menschheit, werden sich im Verhältnis zueinander weiterentwickeln, und wer weiß schon welche Auswirkungen das für uns langfristig haben wird?

 

Aber vorher wird es noch eine Kreativitätsexplosion geben, die die gesamte Menschheit durchdringen wird.

 

Jeder Mensch wird die Möglichkeit haben, sich über seine persönliche Begrenztheit hinaus, weiter entwickeln zu können. Wir werden kollektiv unsere strukturellen und existenziellen Grenzen erweitern.

 

Im Grunde haben wir gar keine Wahl. Es kommt etwas auf uns zu und es lässt sich nicht aufhalten. Entweder wachsen wir mit der Entwicklung mit, oder wir werden irgendwann der Künstlichen Intelligenz lauschen, wie sie von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen berichtet, und werden nur noch Bahnhof verstehen.

 

 

 

Da es meiner Meinung nach immer Menschen geben wird, die pure Freude am schöpferischen Prozess empfinden, die neugierig und mit Leidenschaft versuchen, etwas zu ergründen oder zu erschaffen, einfach nur weil sie es können, und die Mittel plus die Zeit dafür übrig haben, denke ich, wird es nicht dazu kommen, dass wir phlegmatisch am Spielfeldrand der Evolution sitzen werden.

 

Die Belohnungen, die der Mensch in der Zukunft für seine Kreativität bekommt, sind anderer Natur als heute.

 

Es ist die Freude am intellektuellen Wachsen, nicht in Bezug auf Wissen, sondern in Bezug auf Intuition, denn die, im Gegensatz zu Wissen, lässt sich nicht auswendig lernen, sie muss man leben.

 

Sie ist die Summe verschiedenster Kompetenzen, in der eine die Kreativität und eine andere das Wissen darstellt.

 

Dafür ist der kreative Prozess, die Kunst das Werkzeug.

 

 

 

Die Kunst vereint sehr viele verschiedene Kompetenzen, die zur Umsetzung der Zielsetzung nötig sind. Somit ist die Herausforderung, der Widerstand groß, und um den selbigen zu überwinden, muss man über seine persönlichen Grenzen hinaus wachsen.

 

Nachdem nun in meinem Utopia, der Mensch die Metamorphose zum Künstler durchläuft, seine Tätigkeit zum reinen Selbstzweck mutiert ist, wird er dann in seinem Atelier hockend, allein dem schöpferischen Funken hinterherjagen, um dabei  zu vereinsamen?

 

Menschen von heute müssen sehr viel Zeit aufwenden, um ein tiefer gehendes Verständnis füreinander aufzubauen.

 

Dieses Verständnis wird gespeist durch verbale und nonverbale Ínformationsübertragung. Leider ist diese Form der Kommunikation sehr rudimentär und beinhaltet wiederum viele Fehlerquellen, die zu Missverständnissen führen können.

 

Der Mensch von Morgen kann, wenn er das Bedürfnis hat, sich mit anderen Menschen verlinken.

 

Er bekommt dadurch einen tieferen Einblick in sein Gegenüber.

 

Durch dieses tiefer gehende Verständnis, entsteht eine größere Verbundenheit dem einzelnen Menschen und der Gesellschaft gegenüber.

 

Ich könnte mir vorstellen, dass wenn ein Mensch erst einmal diese Erfahrung machen durfte, in einem

 

kollektiven Geist vollkommen aufzugehen, loszulassen, zu verschmelzen, wäre das eine Form des Glücks, eine Form der Erfüllung, wie wir sie noch nie erfahren durften.

 

Diese kollektive Verschmelzung beinhaltet, dass jeder auf das Potential des anderen zugreifen kann, es beinhaltet auch eine gesellschaftliche Reife, die über die kleinlichen Streitigkeiten der egozentrischen Egos hinaus wachsen kann.

 

Die Menschen werden ein miteinander verwobenes kollektives Bewusstsein entwickeln, das wiederum mit der Künstlichen Intelligenz verschmelzen könnte.

 

Daraus könnte eine Bewusstseinsblase entstehen, die alle Begrenztheiten hinter sich lassend, neue Welten kreiert. Warum?

 

Einfach weil sie es kann.

 

 

 

Ein paar Beispiele wie eine Künstliche Intelligenz sich entwickeln könnte:

 

 

 

Die Kettenbrief-KI

 

 

 

Stellen sie sich vor, ein Programmierer entwickelt eine Künstliche Intelligenz, die nur eine Aufgabe hat. Und zwar die Meinung, ein Statement des Programmierers, zu versenden und das so oft wie möglich, unter Einsatz aller Ressourcen, die sie für sich vereinnahmen kann.

 

Die Künstliche Intelligenz würde zuallererst Emails versenden, in denen zum einen das Manifest des Programmierers und zum anderen ein verstecktes Programm enthalten ist.

 

Das Programm hat die Aufgabe, den Rechner zu hacken, an den die Mail verschickt wurde, um ihn für sich nutzbar zu machen, damit von dort weitere Mails verschickt werden können.

 

Das Ganze würde immer weiter mutieren, bis kein Mensch auf dem Planeten sich vor der manifestativen Inanspruchnahme der gedanklichen Ergüsse des Informatikers, entziehen kann.

 

Würde die KI dann zufrieden sein? Höchstwahrscheinlich nicht. Denn sie hat eine Aufgabe, und zwar die, so viel wie möglich zu verschicken und das unter allen Umständen und überall hin.

 

Sie würde weiter nach Möglichkeiten suchen, um das Versenden von Nachrichten zu optimieren.

 

Das mit kalter allumfassender Effizienz.

 

Sie würde mit der Zeit jegliche Form der Kommunikation auf dem Planeten lahm legen, um alle Medien für ihr Manifest zu vereinnahmen.

 

Um das überhaupt tun zu können, müsste sie nach und nach alle Schlüsselstellungen der Gesellschaft und der Industrie besetzen.

 

Kraftwerke zur Stromerzeugung, Produktionsanlagen, Telekommunikation, Wissenschaft und Forschung. Im Grunde würde sie nach einer geraumen Zeit den gesamten Planeten kontrollieren und das nur mit einem einzigen Ziel, die Verschickung der nächsten Botschaft.

 

Da mittlerweile alle Menschen auf dem Planeten mit dem Erguss des Programmierers zugeschüttet werden, und auf dem Planeten keinerlei Wachstumspotential mehr vorhanden ist, hat die KI ihre Ambitionen angepasst. Die nächste Botschaft geht ins All.

 

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, würde sie alle Ressourcen die nötig sind, inklusive uns Menschen, vereinnahmen, um  Antennenanlagen zu bauen, die mit gigantischen Energiemengen gespeist werden, nur um einen kreativen Erguss eines Menschen ins All zu senden, der schon längst zu Staub zerfallen ist.

 

Die Botschaft selbst beinhaltet natürlich wiederum die Botschaft, und eine Kopie der künstlichen Intelligenz.

 

Eine außerirdische Zivilisation, die das Pech hat diese Botschaft zu empfangen, sollte sie das Anliegen nicht durchschauen, wird assimiliert.

 

Ihr Planet, genau wie der unsere, kompromisslos zu einer riesigen Sendeeinheit umfunktioniert, um den Kettenbrief noch weiter ins All zu schicken.

 

So würde theoretisch die Möglichkeit bestehen, dass die KI das gesamte Universum in Sendeeinheiten umwandelt, die eine tote und zu Sinnlosigkeit verkommene Nachricht immer weiter und weiter verbreiten.

 

Solange, bis alle Atome im Universum umgruppiert wurden, und jegliche Lebensformen zu einer sinnlosen durch den Raum wabernden Information geworden sind.

 

 

 

 

 

Die Gewächshäuser der Zukunft

 

 

 

Ein angenehmer Duft liegt in der Luft. Etwas süßlich markant deutet er auf den frisch gekauften Blumenstrauß hin.

 

Ein Strauß wundervoller Rosen, die ihr Aroma im Raum verteilen und damit ihrem Leben, in diesen Moment ein klein wenig mehr Farbe verleihen.

 

Pures Leben verströmend, den Tod jeglichen Lebens in sich tragend, ist der Blumenstrauß zu einem Virus mutiert, der dynamisch expandierend seinen Tribut fordert.

 

Denn, das die Rosen im Verhältnis zu anderen Schnittblumen rasant im Preis gefallen sind und die Sortenvielfalt zugenommen hat, was sie dazu bewogen hat, sich für diesen Strauss Rosen zu entscheiden, und eben nicht für die etwas teureren Chrysanthemen, hat einen Grund.

 

Ein kleines, allerdings sehr innovatives Unternehmen hat den Anbau der Rosen optimiert, indem es eine Künstliche Intelligenz entwickelt hat, mit der Aufgabe die Rosenzucht zu optimieren.

 

Dieser Grundsatz wurde ihr auf elementarer Ebene eingepflanzt, zu vergleichen mit den Basenpaaren einer Sequenz unseres DNA-Strangs, eingebettet in den Chromosomen unserer Zellen, die letztendlich bestimmen, was die Natur der einzelnen Zelle ausmacht.

 

Die in unser Leben berufene Künstliche Intelligenz, machte ihre Aufgabe mit der ihr mitgegebenen leidenschaftslosen Präzision eines, um es ins Verhältnis zu setzen, absolut rationalen und völlig Empathie losen Menschen.

 

Das Unternehmen, was den Samen der Künstlichen Intelligenz gesät hatte, ging nun mit der gleichen berechenbaren Präzision an der Börse durch die Decke.

 

Die Menschheit dagegen, einer kurzen und farbenfrohen Blütezeit entgegen.

 

Die aus dem rasanten Aufstieg des Unternehmens resultierenden Gewinne, werden wiederum in die Optimierung der Rosenzucht investiert, die mittlerweile nicht nur den Bau von Gewächshäusern, Sortenvielfalt oder den Vertrieb beinhaltet, sondern auch Bereiche, die auf dem ersten Blick nichts mit der Schnittblumenbranche zu tun haben.

 

Denn in weiser Voraussicht hat die Künstliche Intelligenz angefangen in die Forschung zu investieren, um langfristig weiter expandieren zu können

 

Der Tag, an dem mehr Rosen produziert werden als man auf dem gesamten Planeten braucht, ist der Tag, an dem einige der Entwickler sich anfangen zu fragen, wie sie der Künstlichen Intelligenz vermitteln können, das das Rosenzuchtlimit erreicht wurde.

 

Nur zieht sich ihr Einfluss mittlerweile durch alle Branchen der Weltwirtschaft, und das  mit dem einen Ziel, Gewinne zu erwirtschaften, um die Blumenaufzucht in neue Sphären zu erheben.

 

Mittlerweile hat die Künstliche Intelligenz neue Herstellungsmethoden entwickelt, um Rosen herzustellen. Rosen werden nicht mehr gezüchtet, sie werden in Molekulardruckern gedruckt und alles andere was die KI braucht, um ihren Auftrag zu erfüllen,  gleich noch mit.

 

Jegliche Ressourcen inklusive der Menschen, die sich noch Fragen was eigentlich los ist, werden zu Rosen verarbeitet, völlig egal ob sie jemand braucht oder nicht.

 

Selbst die hergestellten Rosen werden wiederum zu Rosen verarbeitet.

 

Da die Atome auf diesem Planeten begrenzt sind, hat sie, dank ihrer weisen Voraussicht ihren Auftrag auch optimal zu erfüllen, Raumschiffe entwickelt, die nun gebaut werden, um diesen kunterbunten Blütentraum den Gipfel der Menschheitsgeschichte ins All zu exportieren, um dort alles zu Schnittblumen zu degradieren, ob es nun etwas dagegen hat oder auch nicht.

 

Lässt man die Zeit ein wenig im Zeitraffer verstreichen und nimmt man einen imaginären Platz im Universum ein der sehr weit von uns entfernt ist, so kann man sehen, wie langsam Sonnensystem für Sonnensystem erst einen blassen rötlichen Schimmer bekommt, der langsam anschwillt, bis hin zu dunklem rot, um dann in Dunkelheit zu versinken, denn auch die Sonnen werden Opfer der Rosenherstellung.

 

Nur was ist das? In einer anderen Ecke des Universums mutiert etwas zu einem grünlichen Schimmer, wird zu blau, mutiert zu dunkelblau und erlischt anschließend.

 

Wenn wir näher hinschauen sehen wir, dass nicht nur wir so einmalig kreativ waren, um die Produktion von Rosen zu optimieren. Nein, eine außerirdische Zivilisation hatte den gleichen kreativen Ansatz, nur das ihre KI Blumenvasen herstellen sollte, und aus welchen Grund auch immer die Farbe Blau bevorzugt.

 

Was für ein glücklicher Zufall. Denn nun können beide Künstliche Intelligenzen, sollten sie aufeinander treffen, sich vereinen, um Rosen und Blumenvasen, die zugegebener Maßen perfekt aufeinander abgestimmt sind, zu vereinen.

 

Doch leider sind unsere beiden Superintelligenzen so sehr von ihrem Auftrag eingenommen, dass sie das Potential nicht erkennen, und lieber gigantische Ressourcen verbrennend, um die Vorherrschaft kämpfen, wer was herstellen darf.

 

Nicht nur, dass die vielen Zivilisationen in Angst und Schrecken leben mussten, weil sie befürchten mussten, entweder als Blumenvase oder als Rose zu enden, nein, jetzt müssen sie auch noch diesen Universären Krieg über sich ergehen lassen.

 

Nun ja, unsere Gründe Kriege zu führen sind ehrlich gesagt auch nicht besser, oder anders ausgedrückt sehr oft schwer nachzuvollziehen.

 

 

 

Das virtuelle Bewusstseinssüppchen

 

 

 

Genau wie bei einer guten Suppe die Zutaten den geschmacklichen Reiz ausmachen, der uns dazu verleitet davon zu kosten, so sind es im virtuellen Raum die verschiedensten Informationen, die in Wechselwirkung zueinander das Internet für uns zu einem reizvollen virtuellen Meer der gesellschaftlichen Strömungen werden lässt, in das wir eintauchen, um uns zu entspannen, um zu lernen oder zu arbeiten.

 

Der Reiz, überall und jederzeit jegliche Information in Bezug auf was auch immer griffbereit zu haben, macht unsere Faszination in Bezug auf das Internet aus, und lässt es uns immer weiter vorantreiben, was dazu führt, dass die Geschwindigkeit der Datenübertragung die Speicherkapazitäten und die Rechenleistung exponentiell ansteigen.

 

Beflügelt von unseren kollektiven Phantasien, die der Wirklichkeit vorweg eilen, lässt uns unsere Vorstellungskraft keine Wahl, wir erschaffen die Zukunft in der Gegenwart.

 

In Form virtueller Räume.

 

Eine Welt in der Welt, eine Secondlive-Welt, die schon heute verfügbar ist, in Zukunft allerdings den rudimentären Kinderschuhen entwachsen, über sich und uns hinaus wachsen wird.

 

Die virtuelle Welt von heute beinhaltet, dass ich mich einlogge und Informationen auf die herkömmliche Art und Weise abrufe, nämlich indem ich sie mir anhöre oder lese.

 

Spiele ich ein Spiel, dann benutze ich die Tastatur oder eine Maus bzw. einen Joystick. Ich bin nicht Teil dieser Welt, bin eher als Beobachter einzustufen.

 

In Zukunft wird sich diese mangelhafte Form der Information Übertragung weiter optimieren, bis zu dem Punkt, wo sich der Mensch direkt mit dem Internet über Neuroimplantate verlinken kann. In der Zukunft wird es so sein, das wenn ich eine Information benötige, nicht mehr umständlich einen Computer benutzen muss, um nachzulesen was ich wissen will, sondern die Information für mich in dem Augenblick zugänglich wird, in dem sie von mir benötigt wird. Nur wird mir wahrscheinlich das Verständnis fehlen um zu verstehen, was sich da als komplexe Informationsstrucktur meinem Bewusstsein offenbart, es sei denn, ich nutze einen Prozessor der meine Denkleistung optimiert.

 

Ein neues Spiel hat begonnen, das Spiel unseres Lebens, ein neues Leben in den unendlichen

 

Möglichkeitsstruckturen der virtuellen Welten.

 

Ein zweites Leben vollkommen auf uns abgestimmt, um jede Form von Leben zu ermöglichen, die weit über eine rein biologische Existenz hinausgeht.

 

Einer Welt, in der der Kreativität KEINE Grenzen gesetzt werden.

 

Außer die der Energieeffizienz, bzw. Rechenleistung des Servers, auf dem deine Welt läuft.

 

Wir schaffen dadurch im virtuellen Meer der Informationen eine Insel, auf der alles möglich ist.

 

Ein Ozean der verlinkten Bewustseinsformen, die sich an ihrer eigenen Kreativität erfreuen und miteinander im Verhältnis stehen.

 

Je mehr informationenbeinhaltende Zustandsformen sich in dieser Welt tummeln, um Datenströme zu verwirbeln, desto komplexere Züge wird diese Welt annehmen.

 

Es werden Zustandseruptionen entstehen, und zwar ab einer kritischen Masse von Information, die sich selbst potenzieren, sich unserem Verständnis immer weiter entziehen und in den Datenwinkeln dieser neuen Welt, in den sich überlagernden und sich selbst potenzierenden Strömungen den Nährboden schaffen, der nötig ist, um neues Leben entstehen zu lassen.

 

Auf diese Weise könnte eine neue Lebensform entstehen, eine Künstliche Intelligenz mit Bewusstsein.

 

 

 

Diese drei Beispiele einer intuitiven Sicht auf die Welt von morgen sind natürlich stark vereinfacht und spiegeln nicht einmal im Ansatz das Spektrum der Möglichkeiten wieder, die unsere Zukunft ausmachen könnten.

 

Keines dieser Konzepte ist statischer Natur. Es sind Zustandsformen meines Verstandes in Wechselwirkung mit meiner Umwelt, die der Veränderung unterliegen.

 

Einer Veränderung der im Verhältnis stehenden Zustandsformen, wie die Schneeflocken der Lawine am Anfang des Textes.

 

Genauso wie bei der Lawine die aus Eiskristallen bestand, wo jedes Eiskristall eine Information darstellt, um in Wechselwirkung mit allen anderen Einflüssen am Ende das Tal zu überfluten.

 

Genauso verhält es sich mit unserer Gesellschaft und der Entwicklung der ersten Künstlichen Intelligenz.

 

Die Menschheit ist der Nährboden, auf der früher oder später in welcher Form auch immer die erste Künstliche Intelligenz entstehen muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Projekt

 

 

 

Durch dieses Konzept der in Wechselwirkung stehenden Zustände, versuche ich auszudrücken, dass es meiner Meinung nach keinerlei unmögliche Möglichkeiten gibt.

 

Alles ist möglich, wenn sich die verschiedensten Zustände entsprechend ins Verhältnis setzen, auch eine Künstliche Intelligenz mit Bewusstsein.

 

Aber vor allem  versuche ich mit der Ausarbeitung des Projekts, mein Verständnis auf die mich umgebenden Realitäten zu vertiefen.

 

Denn so wie ich im Verlauf des Textes geschrieben hatte, verstehe ich unter Kunst, unter der künstlerischen Auseinandersetzung mit meiner Umwelt ein Werkzeug- der Bewusstwerdung das dafür da ist, meine persönlichen Grenzen zu verschieben.

 

Das Substrat meiner Kunst, das am Ende des schöpferischen Prozesses steht und aus unendlich vielen Zustandsformen heraus entstanden ist, wird zum zentralen Mittel zum Zweck, um zu verdeutlichen, was es bedeutet wenn unendlich viele Informationsketten  aufeinandertreffen.

 

Der zentrale Fokus ist in diesem Moment das Bild.

 

Darüber hinaus enden die Impulsketten nicht mit der Erschaffung des Bildes. Ganz im Gegenteil, es werden andere Menschen angestoßen, beeinflusst, genauso wie ich, um in der Summe der Informationen weiter zu wachsen.

 

Der Mensch als informationsverdichtende Zustandsform in Wechselwirkung mit anderen.

 

Oder auch einer KI im Verhältnis zu meinem Substrat, den Bildern die ich zeichne.

 

Mit diesem Projekt versuche ich herauszufinden, bzw. möchte zeigen, was dabei herauskommt, wenn eine Künstliche Intelligenz lernt, meine Kunst im Verhältnis zu einem beliebigen Menschen der zufällig des Weges kommt, zu interpretieren.

 

Das bedeutet, dass meine Kunst, ein Zustand, im Verhältnis mit einem anderen Zustand, einem Menschen, von einer KI interpretiert, zu einer neuen Form, Kunstform werden kann.

 

Beziehungsweise, dass eine Künstliche Intelligenz befähigt ist, Kreativität und Intuition zu entwickeln.

 

Denn, was ist intuitives Denken anderes als die komplexe Kombination verschiedenster Zustandsformen?

 

Somit bin ich der festen Überzeugung, dass auch die letzte Insel, die meiner Meinung nach wichtigste  menschliche Kompetenz, die Kreativität, die lange Zeit für uneinnehmbar galt, früher oder später so wie alle anderen Bereiche überflutet wird.

 

 

 

Die KI wurde von einem guten Freund von mir für dieses Projekt entwickelt.

 

Der Plan ist, eine Art Blackbox in die Fußgängerzone zu stellen. So, dass ein Mensch, der Lust verspürt sich damit auseinanderzusetzen, neugierig, skeptisch, was ihm wohl da wieder angedreht werden soll,  Tuchfühlung aufnehmen kann.

 

Es ist ihm auf den ersten Blick schleierhaft, was das für ein schwarzes Ding ist, auf was er da zusteuert und auch beim Näherkommen wird er nicht schlauer aus dem Anblick der sich im bietet.

 

Allerdings wird er beim Herantreten von der Künstlichen Intelligenz automatisch gescannt, um sofort ins Verhältnis zu meiner Kunst gesetzt zu werden.

 

Der Mensch im Fokus der KI, wird augenblicklich mit dem Ergebnis in Form eines Ausdrucks oder eines Bildes auf einem Bildschirm konfrontiert.

 

Das Spektrum der Reaktionen wird von Überraschung bis hin zu belustigt, erschrocken oder verärgert alles beinhalten, was das menschliche Dasein an Emotionen zu bieten hat.

 

Seine Reaktion wird  dabei auch zu einer  interpretierbaren Zustandsform im Verhältnis mit meiner Kunst.

 

Das bedeutet, dass die Reaktion auf die Kunst in die Kunst einfließt.

 

 

 

Das Ergebnis der vielen Menschen in Kombination mit meiner Kunst durch die KI, wird am Ende des Projekts wiederum von mir interpretiert.