STIFTUNG kUNSTFONDS


Bewerbungsmodalitäten

Biographische Notizen

 

Am 30. März 1972 wurde ich im anhaltinischen Hohenmölsen (Kreis Weißenfels) geboren. Dort verbrachte ich Kindheit und Schulzeit. Dem Elternhaus waren künstlerische Aktivitäten nicht fremd, ich nahm sie auf und begann früh zu zeichnen. Jedes leere Blatt Papier war für mich eine Herausforderung! Dennoch gewährten die gesellschaftspolitischen Bedingungen in der ehemaligen DDR keine nennenswerten Förderungen meines Talentes. Ich musste mich in den Lehrberuf eines „Facharbeiters für Uranbergbautechnologie“ einfügen, den ich ordnungsgemäß abschloss und kurzzeitig ausübte. Ganz entgegen meinen inneren Neigungen, es war mir ein wesensfremder Beruf. Die Wende Jahre brachten bezüglich der künstlerischen Weiterentwicklung eher Verunsicherung. Eine Bewerbung in der Kunsthochschule in Leipzig 1991 fand kein Echo. Es blieb mir nur der autodidaktische Weg, den ich nach Jahren des Suchens dann aber ernsthaft und konsequent beschritt. Heute fühle ich das ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Ich habe meine Handschrift gefunden. Zur Zeit arbeite ich an Themen, die die Welt und mich widerspiegeln die mich umgibt. Meine Bilder sind keine schnellen Bilder. Im Schnitt benötige ich 1 bis 8 Monate für ein Bild und ich zeichne jeden Tag 5 – 8 Stunden. Ihre Inhalte fordern vom Betrachter geduldiges Schauen und sich vertiefen, Fantasie und Sinn für das Ganze.

Es war ein Tag wie jeder andere. Das Wetter war wie immer und die Umstände, die diesen Tag voraus gingen waren auch nichts Besonderes. 

Der Ort des Geschehens, ein Gemälde von Paul Rotterdam, mit sehr viel Grauanteil gemischt mit etwas Ruß aus den Kohlekraftwerken des Arbeiter und Bauernstaates.

Der Name des Ortes, Hohenmölsen, oder wie die Ureinwohner sagen würden, Mälsen.

Plattenbauten, die Bauhausvariante bzw. die minimalistische Glanzleistung des realexistierenden Sozialismus waren das vorherrschende Stadtbild in meinen Geburtsort, so wie im Rest der Republik.

So sah er aus, mein großer Auftritt, der Tag meiner unfreiwilligen Landung auf dem Planeten Erde.

Ich wurde in die Welt gepresst und eine Rückkehr war unmöglich.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht wirklich wissen, was mich hier im Ameisenhaufen der Egozentriker erwartet.

Ansonsten hätte ich wahrscheinlich die Verpressung in die neue Welt mit ein wenig mehr Zurückhaltung und Skepsis in Augenschein genommen, oder mir im Mutterleib zum ersten Mal in die imaginäre Hose geschissen.

Nun ja, wenn ich nun schon einmal mit meiner Anwesenheit glänzen konnte, würde ich die Zeit auch nutzen, die mir gegeben wurde.

Mit Geplärr, wohlriechenden Hinterlassenschaften und einer umfangreichen Leibesfülle.

Eine Kugel auf zwei Beinen, die sich anschickte das Rollen zu erlernen.

Meine Eltern eher als planlos einzustufen, wussten im ersten Moment wahrscheinlich nicht was sie mit dem Produkt ihrer Triebe anfangen sollten, aber wie das so ist, man gewöhnt sich an alles.

Meine Mutter war eine sehr schöne Frau, die mich 9 Monate mit sich herumschleppen musste und nun vor dem enormen Produkt ihrer eigenen Gebärlichkeit stand, das sich erdreistet hatte, sie in einen unförmigen Marshmallow zu verwandeln.

Mein Vater, ein schöner Mann, im Geiste und im Aussehen Jim Morris gleichzusetzen, war Musiker in einer Band.

Beide haben mich wohl eher als störenden Realismus wahrgenommen, der ihre Träume platzen ließ.

Als einen Störfaktor, der sie aus ihren Träumen riss und sie dazu zwang, eine feste Bindung einzugehen.

Die ersten sieben Jahre meines Lebens verbrachten wir in Queisau, ein kleines Dorf in den Tiefen der Sachsenanhaltinischen Taiga.

Es war ein Leben zwischen dem Tagebau und LPG Genossenschaften.

Wir hatten eine etwas feuchtgeratene Wohnung, und dem Sozialismus sei Dank, ein Plumpsklo in der Mitte des Hofes für alle Mieter.

Wenn ich im Dunkeln auf das Klo gegangen bin, habe ich immer daran gedacht, wie das ganze aus dem Blickwinkel einer nach oben schauenden Ratte ausschauen mag.

Vielleicht hat das ja meine Sichtweise auf die Welt entscheidend geprägt.

Dieser Abschnitt meiner Kindheit, in der die Ratten und viele weitere Faktoren meine Grundstruktur geformt haben, war die grundlegende Prägephase meines Lebens.

Danach rollte meine Lebenskugel durch die Zeit über die Berge und Täler der Schule.

Da meine Phantasie meinen Intellekt um Jahre voraus eilte, kam mir in der vierten Klasse, also mit zirka 10 Jahren eine Idee.

Dieser aus meiner damaligen Sicht, sehr vielversprechender Gedanke fußte in einem Ausreißversuch über Jugoslawien.

Nach kürzester Zeit wurde ich meinem Elternhaus wieder zurückgeführt.

Danach rollte ich weiter über viele Hindernisse und den Schulabschluss an der Otto Schlag Oberschule hinweg, direkt in das tiefe Loch der Wismut.

Die Wismut muss man erklären. Sie war die Uranschmiede der Deutschen Demokratischen Republik und wir haben, das versteht sich von selbst, das Uran ausschließlich für den Frieden abgebaut.

Jeden Tag sind wir griesgrämig, verkatert und müde eingefahren und nach der Schicht, strahlend wieder an die Oberfläche unserer begrenzten Welt zurückgekehrt.

Das tollste war, das man mir die Möglichkeit einräumte mit Sprengstoff zu spielen.

Meiner Phantasie sei Dank, habe ich mir natürlich vorgestellt etwas in die Luft zu jagen.

Ich habe etwas Sprengstoff in meinen Stiefeln mit ans Tageslicht geschmuggelt und eine Mülltonne in die Luft gejagt.

So sind die zwei Jahre Internat bei der Wismut in Gera gerade zu verflogen.

Gott sei Dank kam kurz vor dem Ende meine Lehrjahre der Mauerfall.

Ich fand eine Presche in der Berliner Mauer und schlüpfte das erste Mal hindurch.

Da meine Vorstellungskraft im Laufe der Zeit im Verhältnis zu meiner Orientierungslosigkeit immer weiter angewachsen war, stellte ich mir vor wie es wohl wäre, für immer in den wilden Westen zu gehen um dort nach Gold zu suchen.

Das tat ich dann auch, leider 3 Monate vor meinem Abschluss im Uranbergbau.

Was meine gequälten Eltern mal wieder kurz an den Rand des Wahnsinns trieb, aber zum Glück hatten sie noch ein klein wenig ihres regulierenden Einflusses in Bezug auf mich erhalten und machten diesen geltend.

Also schloss ich meine Lehre regulär ab und ging danach, mein Kopf voll der großen Erwartungen, nach Nürnberg.

Wo ich mit so wenig Aufwand wie nötig und so schnell wie möglich, Millionär werden wollte.

Das lief wie soll es anders sein, nicht genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich kam mit dem Gesetz in Konflikt, war beteiligt an einer Schießerei, heiratete meine erste Frau, entwickelte ein Roulettesystem und zog von einer abstrusen Bleibe in die nächste.

Zwei Jahre später, pleite, verschuldet und krank, bin ich mit eingeknickten Schwanz wieder in den Osten zurück gekrochen.

Heute weiß ich, dass damals eine entscheidende Weiche gestellt wurde, eine Weiche die meine Lebenskugel in eine neue Richtung gezwungen hat.

Einer durch Infragestellung erzwungenen Neuorientierung, von der ich damals noch nichts ahnte.

Im Kollektiv des etwas desorientierten Ostens, fiel meine Orientierungslosigkeit nicht weiter auf, ich gab mich mit Mittelmäßigkeit zufrieden, tat das was alle taten und Lernte einen weiteren Beruf, dessen Realismus im abgestorbenen Sozialismus von Anfang an keine wirkliche Orientierung für mich und meine Zukunft beinhaltete.

Das einzig erwähnenswerte ist, das ich in dieser Zeit den Menschen begegnet bin, der mein Leben bis heute mit bestimmen sollte.

Die Liebe meines Lebens.

Das ich noch am Leben bin verdanke ich ihr, die Zeit die ich geschenkt bekam um mich über die katalysierende wirkungsweise meiner Kunst persönlich weiterzuentwickeln habe ich auch der Frau an meiner Seite zu verdanken.

Die von ihr in mich investierte verbundenheit und ihr unumstößliches vertrauen in mich lässt mich dankbar auf diese beziehung zurückschauen und ich möchte diesem Menschen und der Leistung die sie für mich erbracht hat um jeden Preis gerecht werden. 

Mit ihr gemeinsam bin ich dann wieder in Richtung Westen aufgebrochen, dieses Mal in die Universitätsstadt Erlangen.

Dort angekommen war ich von dem Gedanken beseelt, nicht noch einmal zu scheitern.

Mein Lösungsansatz war, mich anzupassen.

Das zu tun was nötig ist, um Geld zu verdienen.

Leider oder zum Glück hat sich das Ganze für mich leer angefühlt, ich habe mir sehr oft die Frage gestellt, ob es das ist was ich mit meinen Leben anfangen will und die Antwort war immer die gleiche.

Nein.

Nachdem der Druck etwas Sinnvolles mit meinen Leben anzufangen so groß geworden war das ich ihn nicht mehr standhalten konnte, kam der zweite gesundheitliche Absturz.

Nachdem ich mich nach einigen Jahren wieder erholt hatte, suchte ich das Heil in der Flucht.

Verbrachte ein Jahr in der Wüste von Jordanien, kroch durch den Dschungel von Guyana, paddelte den Colorado runter.

Ich suchte nach etwas, nur wusste ich immer noch nicht was.

Die letzte Flucht führte mich nach Australien. Diese Reise sollte mich auf einen neuen Gedanken bringen und zwar, das auch das Reisen, wenn es nicht mit einem Ziel, einen tieferen Sinn einhergeht, als Lebensinhalt nicht taugt.

Ich brach diese Reise, die ein halbes Jahr dauern sollte ab und kehrte nach Hause zurück.

Danach kam der schlimmste und letzte gesundheitliche Absturz, auch diesen habe ich überlebt.

Und endlich fand ich das was ich immer gesucht hatte.

Die Kugel fand ihr Ziel und das mitten in mein Herz.

Denn zurück im Leben, fand ich auf der Suche nach einer Ausdrucksform mich selbst in der Kunst.

Vorsichtig tastend, ungeübt und ohne Vertrauen in meine kreative Kraft, eigentlich nur um etwas Zeit tot zu schlagen, tat ich einfach das was ich als Kind schon gern und ausgiebig getan hatte.

Ich fing damit an ein paar Portraits, die ich auf meinen Reisen fotografiert hatte, abzuzeichnen.

Das war mir nicht genug, also fing ich an mit den Formen zu spielen.

Dadurch wurde in mir etwas geweckt, etwas das schon die ganze Zeit in mir geschlummert hatte und keine Möglichkeit gefunden hatte, sich zu entfalten.

Dieses erstmalige Ausleben meiner Ideen ließ einen schöpferischen Funken in mir entstehen, der die Lunte einer Bewusstwerdungsbombe in Brand steckte.

Eine Kreativitätsexplosion, exponentiell, allumfassend durchdringt sie bis heute mein gesamtes Leben.

Sie hat mir Inhalte und Zielsetzungen aufgezeigt.

Sie hat mich meine innewohnenden konzeptionellen und existenziellen Grenzen verschieben lassen.

Sie hat mir gezeigt, was Leben bedeuten kann, sie hat mir die Augen geöffnet.

Meine Kunst ist für mich zu einem meine Grenzen überschreitendes Werkzeug geworden, mit deren Hilfe ich mich weiterentwickeln kann.

Sie umschließt mittlerweile mein gesamtes Sein.

Weiter und weiter rollt die Kugel meines Lebens, bis an den Rand meiner Welt,

einer Welt die ich versuche zu ergründen um neue Ideen, Leidenschaften, Bilder Skulpturen und Installationen zu entzünden.

Ich erschaffe meine ganz persönliche Kunstgeschichte.

2020 habe ich nachdem ich 2019 zu ersten Mal meine Fühler unter dem selbst erschaffenen isolierenden Panzer hervorgestreckt habe, meinen ersten Kunstpreis gewonnen.

Ein Gefühl der Erleichterung, eine Last viel von mir ab und obwohl ich meine Freude wegen der in vielen Jahren herangewachsen Unsicherheit in Bezug auf mein künstlerisches Schaffen, nicht wirklich zeigen konnte, habe ich mich sehr darüber gefreut.

Dieser erste Preis beinhaltet für mich, die gesellschaftliche Anerkennung als Künstler.

Nachdem ich mich Anfang 2018, mit einen Freund über das Potential von Kryptowährungen unterhalten hatte, habe ich mich auf das anfänglich zögerliche Abenteuer einer Investition eingelassen und das mit all meinen Geld was ich bis zu jenen Augenblick angespart hatte.

Glücklicherweise sind die Kurse in den Himmel geschossen, was mich finanziell von jeglicher gesellschaftlichen Gängelei befreit hat.

Die Ketten einer auf überleben ausgerichteten Konvention sind von mir abgefallen, übrig geblieben ist meine Kunst,

rein unverfälscht und zumindest für mich elementar.

 

 


Vita

 

Tommy Kny

 

1972 geboren in Hohenmölsen

 

2003 Der Beginn meines autodidaktischen Weges hin zu meinem Verständnis von Kunst.

 

Viele Jahre waren mir die Belohnungsimpulse aus der

Verbesserung meiner bildnerischen und intellektuellen Ausformungen genug. Daraus resultierend habe ich keine nennenswerten Anstrengungen unternommen, um mit meiner Kunst in das öffentliche Licht zu treten.

 

2015 Palais Stutterheim in Erlangen Gruppenausstellung

 

2016 Palais Stutterheim in Erlangen Gruppenausstellung

 

2017 Erlanger Kunstausstellung Gruppenausstellung

 

2018 Galerie Achtzig in Berlin Gruppenausstellung

 

2019 Kunstpreis Nürnberger Nachrichten Gruppenausstellung

 

2020 Kunstpreis Gewinner des Kulturraum Haßberge

 

2020 Kunstpreis Nürnberger Nachrichten Gruppenausstellung

 

2021 Galerie in Aachen Gruppenausstellung.

 

2022 Kunstpreis Kulturraum Haßberge Gruppenausstellung

 

2022 Gruppenausstellung in Königsberg

 

2022 DaAward Düsseldorf

 

 


Ziele in Förderzeitraum1.Januar bis 30.Juni 2023

 

Ich werde mich weiterhin mit derselben Kontinuität, welche ich in den letzten 20 Jahren

meiner künstlerischen Entwicklung an den Tag gelegt habe, für die weiterführende Entwicklung professioneller, qualitativ hochwertiger Arbeiten in der Bildenden Kunst einsetzen. Ich möchte mehrere Arbeitsvorhaben (z.B. Arbeit an vielen verschiedenen

Themen, Erschließung neuer/anderer Arbeitstechniken etc.) umsetzen. Da ich in den letzten Jahren zunehmend immer mehr Möglichkeiten entdeckt habe mich dem harten Licht der öffentlichen Meinung zu stellen, habe ich mich neben meinem Schwerpunkt dem Zeichnen und der Auseinandersetzung mit den verschiedensten Themen, auch auf die Entwicklung verschiedenster Installationskonzepte verlegt. Daraus resultiert das Ziel mich unter anderem bei der Biennale in Venedig und in Taiwan beim Taoyuan International Art Award mit zwei Präsentationen zu bewerben, die ich im Jahr 2023 weiterentwickeln und umsetzen möchte. Zuzüglich zu der Zeichnung zum Installationskonzept Der Altar der Infragestellung 3m x 1,50m, werde ich das Bild 800000000 (Bezug auf den Klimawandel) 1,60 m x 1,20m und das Bild Superorganismus (Bezug auf die Dynamik des Gesamtsystems) 3 m x 1,50 m zeichnen. Dafür benötige ich qualitativ hochwertiges Papier, welches ich gern von dem Fördergeld finanzieren würde. Ich zeichne auf Passepartout Karton in Museumsqualität und bei der Größe 3 m x 1,5 m und der Dicke von 3mm belaufen sich die Kosten bei einem Block zu 25 Blatt auf zirka 6000 - 7000 Euro. Da ich im nächsten Jahr auch weitere Ausstellungsmöglichkeiten nutzen möchte, kommen wiederholt Kosten für Rahmen und Transport auf mich zu. Ich habe die letzten 20 Jahre meines im Schatten erblühten künstlerischen Schaffens keine Fördergelder beantragt und auch sonst keine Förderung bezogen. Durch die Chance eine Förderung zu erhalten, sehe ich das Potenzial für weiterführende Entwicklungsmöglichkeiten, für meine Kunst und darüber hinaus für mich als Künstler.


Konzept  Der Altar der Infragestellung

 

In der Irrationalität des Lebens versteckt sich das Wesen der Wirklichkeit, im Rationalen die Angst vor dem Kontrollverlust. Wir Menschen sind Pioniere der Vorstellungskraft und erschaffen ein Universum der Möglichkeiten, zumindest dann, wenn wir den Mut haben, über unsere persönlichen Grenzen hinaus zu wachsen und alles immer und immer wieder aufs Neue in Frage zu stellen. Was nicht immer so gut funktioniert, wie man am Beispiel Russlands derzeit eindrucksvoll sehen kann, womit die Installation in der Inhaltlichen Ausformulierung auch einen aktuellen Bezug bekommt.

Kurz umrissen geht es darum, eine Zeichnung zu erstellen, in den Abmessungen 3 m x 1,5 m,in der Vogelperspektive, so dass der Betrachter das Gefühl bekommt, von oben auf das Bild zu schauen. Die Zeichenzeit beträgt bei dieser Größe und bei meiner akribischen Art zu zeichnen sechs bis acht Monate täglichen Zeichnens. Warum ich so zeichne, können Sie unter meinem Verständnis von Kunst nachlesen. Diese Zeichnung wird auf einen durch wenige Stufen erreichbaren Sockel in den Durchgangsbereich einer Ausstellung verbracht und die Wände des Durchgangs werden der Bildgröße angepasst, so dass kein Mensch die Möglichkeit bekommt, darum herum zu gehen. Daneben eine Erklärung des Bildes und die detaillierte Beschreibung des Aufwands, den ich hatte, um diese Zeichnung zu erschaffen, inklusive des Preises.

Das sind Widerstände, die es zu überwinden gilt. Die Menschen müssen selbständig entscheiden, ob sie über das Bild laufen oder eben nicht.

Wir sind der impulsgebende Faktor und dazu imstande, die Aktivierungsenergie aufzubringen welche durch den züngelnden Funken der Infragestellung der uns

umgebenden Regelwerke, in welchen Bereichen auch immer, unsere Weiterentwicklung befeuern kann. Ich möchte, dass die Menschen sich überwinden und über das Bild laufen, als Symbol für die Ausarbeitung ihres individuellen Wegs, einen Weg, welcher grenzüberschreitend in Frage stellt und zwar immer wieder aufs Neue. Einen Weg welcher beinhaltet, eben nicht jede Regel unreflektiert zu befolgen, aber auch das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass jede Regelüberschreitung Konsequenzen in sich birgt. Die Konsequenz der Regelüberschreitung in Bezug auf das Bild, einer Welt von mir auf weißen Grund erschaffen, erzeugt verschiedenste Töne, die sich verdichten, um sich selbst zu brechen und zu neuen Möglichkeiten verklumpen. Sie beinhaltet zunehmende Entropie, was wiederum als Metapher auf unsere Gesellschaft zu verstehen ist. Je mehr Informationen unser gesellschaftliches Zusammenleben bereichern, umso größer die Informationsdichte, desto größer das Potenzial, die Probleme unserer Zeit zu lösen oder zu befeuern.

So wie die von mir erschaffene Welt meiner Zeichnung durch zunehmende Beanspruchung,  durch Fusstritte genötigt wird, sich weiterzuentwickeln, und zwar bis zu dem Moment ihrer Auflösung, ihrem persönlichen Wärmetod.

 

Mein Verständnis von Kunst ?

Im Auge des Hurrikans entsteht die Bedeutung, mein Leben ist eine geordnete Oase in einer Blase des mich umgebenden Chaosozeans. Mein Leben, welches auf Chaos gründet, erkennt die Bedeutung im geordneten Moment in den Krebsmutationen meiner Seele, die durch die Metastasen meiner Kunst die Welt beseelen.

Der Weg den ich gehen musste war recht steinig. Mir fiel es schwer aus den mich prägenden Muster heraus überhaupt zu erkennen, was die Muster sind die es zu überwinden gilt. Wäre das mir innewohnende Muster Dummheit gewesen, hätte ich sicherlich nicht allzu viel dagegen ausrichten können. Aber das Problem war eher Unsicherheit, soziale Inkompetenz und ein ausgeprägtes Talent, mich in die Scheiße zu reiten, was Dummheit wiederum nicht wirklich ausschließt. Am Beginn meiner Abenteuerreise war ich um es in den Rahmen einer Metapher zu quetschen, ein Baum der das Licht nicht fand, ich bin ein Stück nach oben geschossen dann wieder in den Boden zurück gekrochen, habe das Licht neu erfunden, nur um dann ein paar Kreise um die anderen Bäume zu ziehen und wieder im Boden zu verschwinden. Doch am Ende meiner Suche nach mir selbst, habe ich das Licht in den Kronen der über mich hinaus ragenden Bäume entdeckt und seit dieser Zeit steuere ich mal mehr mal weniger direkt darauf zu. Auf dieser Reise zu unserem Zentralgestirn habe ich mich zum ersten Mal im grellen Schein meiner aufgehenden Sonne unverstellt bewusst wahrgenommen, und das was ich da sah gefiel mir nicht. Doch durch die Kunst angeregte, intensive in Frage stellende Auseinandersetzung mit mir selbst, welche eine dynamische Musterinterpretation erforderte, wurde meine verschleierte Sicht auf mich selbst etwas klarer und es wurde mir möglich, konkret etwas zu verändern. 

Hör auf dein Kratzen, auf den kratzenden Stift in deinem Inneren, denn er ist alles was du hast, er gibt dir die Richtung vor. Lebst du dein Leben in einer dich verfälschenden Norm, dann wird das Kratzen in deinem Inneren zu einem unangenehm drückenden Ausdruck einer vergeudeten Form. 

Um die mich umgebende Struktur zu ordnen, aus meinem mir innewohnenden Chaos das Gold der Ordnung zu schürfen, musste ich sehr viel Energie und Zeit investieren. Der energetische Aufwand denn ich betreibe, um der Mauer gesellschaftlicher Regeln eine löchrige Interpretationen zu entreißen, steht in direktem                                                                                                       Verhältnis zur Erschaffung eines geordneten Systems.                                                                                                       

                                                                                                                  Meiner Kunst.                                                                                                                       

Doch Kunst ist nur ein Wort. Entscheidend ist, was ich darunter verstehe.

Der Schmerz des Künstlers, welcher an seinem Werk zerbricht ist eine Metapher auf das Leben, denn den einen Menschen welcher nicht unter der bewussten Endlichkeit seiner nichtigen Existenz leidet habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Je ausgeprägter mir bewusst wird, dass ich doch nicht die große Ausnahme bin, also mir die eigene Sterblichkeit durch meine persönliche Entropiezunahme immer stärker vor Augen geführt wird, desto stärker ist das Gefühl der Dankbarkeit dafür, das mich in der Mitte meines Lebens die Kunst förmlich vergewaltigt hat. Diese in Aussicht gestellte Vergänglichkeit meines Lebens ist ein Impuls welcher mich bis heute antreibt, mir Beine macht, damit ich der Bequemlichkeit zum Trotz die Aktivierungsenergie aufbringe, um eine zu groß geratene egozentrierte Pyramide im gesellschaftlichen Treibsand zu erdichten. Sie ist meine persönliche Manifestation eines übersteigerten Ewigkeitsanspruchs, welcher für jeden sichtbar in die Welt schreibt, ich war da. Das unausweichliche Ende lässt den Menschen über sich hinaus wachsen. Meine künstlerischen Wucherungen sind unter anderem der Versuch, mein persönliches Theaterstück über die Grenzen meiner Inszenierung noch ein klein wenig Fortbestehen zu lassen. Über den Fall meines Vorhangs hinaus, durch  meine Kunst dem Ende ein Schnippchen zu schlagen und mit dem Licht meiner Kunst über die Augen der Betrachter in ihren Verstand zu dringen, um dort noch ein klein wenig länger fortzubestehen. Mein ehemals vertrocknetes Land, gierend nach Feuchtigkeit, wurde durch den befruchtenden Regen der Kunst bewässert, winzige glitzernde Tröpfchen bildeten mich auf ehemals staubigen Grund, verbanden sich, überschwemmten mein Leben und wurden zu einem Meer kreativer Impulse, die mich dazu zwangen das Schwimmen zu lernen.

Woher soll man wissen was Kunst ist und was nicht, wenn keiner weiß was Kunst ist und was nicht? Und genau das ist es, worum sich alles in der Kunst und dem Leben gleichermaßen dreht. Es geht darum zu ergründen um was es eigentlich geht, es geht darum herauszufinden was für uns Bedeutung hat.

Wenn mich jemand, fragt was Kunst für mich ist, antworte ich des öfteren, Kunst ist ein Werkzeug. Bei dem Versuch meine Kunst weiter zu entwickeln und sie gesellschaftlich zu etablieren, wird mein Bewusstsein mit der Leinwand des Lebens verschmiert. Ein bewusstes Sein entsteht nicht auf der Grundlage von nichts, es braucht massive Widerstände und genau wie bei dem Narrativ der Quantenmechanik das Higgs-Feld durch seinen Widerstand die Masseneigenschaften von Elementarteilchen definiert, so definieren die durch die Kunst initiierten Widerstände die bedeutungsschwangeren Masseneigenschaften meines Bewusstseins. Es geht nicht um Bilder, nicht um Skulpturen, nicht um die gesellschaftliche Anerkennung oder um Geld. All das sind Widerstände die durch ihren Druck bei dem Versuch der Erreichung derselbigen von mir einen Gegendruck einfordern. Erst in dem Moment eines permanenten Widerstandes wird mir dessen Bedeutung bewusst. Ein starker Widerstand, welcher durch die intensive durch die Kunst angeregte Auseinandersetzung mit all den Problemen die durch sich überschneidende Lebenskreise entstehen, dem Menschen hilft seine ihm innewohnenden konzeptionellen Grenzen zu verschieben. Kunst ist mein Hammer der Bewusstwerdung.

Ich habe das zweischneidige Privileg erfahren wie ein durch starke Schläge auf mein Zentralgestirn herbeigeführter Perspektivwechsel sich auf mein Menschsein                                                            auswirkt,  Daraus resultiert meine Verständnis von Kunst.                                                                    

Es wurde nicht im kalten Feuer des Glücks geschmiedet, sondern ist aus der Hitze  der selbst erzeugten Hölle meiner verbackenen Gedanken erstanden, in Form eines Brotlaibs, von dem ich mir anmaße, ihn Kunst zu nennen. Kunst ist eine, meine Gedanken auf ein Ziel fokussierende Denksportaufgabe, mit dem Ergebnis einer Manifestation in Form eines in Frage stellenden Lebens. 

 

Das Bild ist wild und nicht gewillt zu entsprechen,

die Muster darin in Spektren gepresste Erwartungen, mein Graphit.

Ein Mensch, der nichts erwartet,

geduldig verharrt, bis ihn ein Muster generierendes Muster narrt.

Wie Sinne die im Verhältnis zu sich selbst verrinnen,

entstehen Fäden, Synapsen,

Spinner die wie Spinnen,

ein Netz der Abstraktion in unsere Gesellschaft sinnen.

 

Ich wäre doch ziemlich enttäuscht, obwohl vordergründig alle Indizien darauf hindeuten, wenn es im Leben und somit auch in der Kunst, aus evolutionärer Sicht ausschließlich auf Fortpflanzung hinaus laufen würde.  Die Fortpflanzung ist aus meiner Sicht eher als Impuls zu verstehen, welcher uns veranlasst die Motivation aufzubringen, um unsere faltigen Ärsche aus dem Fernsehsessel zu hieven, um überhaupt erst einmal einen Sessel zu entwickeln. Somit wird unser Fortpflanzungstrieb zu einem Impuls der die Abstraktion überhaupt erst möglich macht. Denn die Abstraktion eines Steins auf dem der Frühzeitmensch unbequem in einer kalten Höhle hockte, führt letztendlich zu einem Sessel nebst Fernseher und allem was dazu gehört. Und das macht definitiv mehr Eindruck bei der Partnersuche als ein Felsblock.

Die Träume der Menschen aus der Steinzeit säten die Fähigkeit der Abstraktion und brachen die Normen im Laufe der Zeit immer weiter bis Edison 1812 die Glühbirne erfand, um die Welt der Abstraktionen, den kreativen Schaffensdrang des Menschen noch effektiver zu beleuchten, um ihn weiter zu vertiefen. 

Das Streben nach Macht, die Suche nach Anerkennung und die Fortpflanzung sind nicht zu unterschätzende Einflüsse, doch sind sie meiner Meinung nach sekundäre Einflüsse, die das Primäre, ein Bewusstsein und daraus resultieren die Bedeutung, erst möglich machen.

Ich denke evolutionär durchgesetzt hat sich das Konzept Kunst vor allem, weil es die Fähigkeit der Abstraktion fördert, und selbst wenn sich der eine oder andere Künstler mit seiner Kunst gesellschaftlich nicht durchsetzen kann und an seiner Last am Ende kinderlos zerbricht. So geht der Samen der Kreativität  in der Gesellschaft auf. Die kollektive Fähigkeit zu abstrahieren ist ein evolutionärer Vorteil für die Menschheit und treibt seine Sprossen tief in unser Fleisch, um immer wieder aufs neue kreative Musterblüten zu erzeugen. Eine dieser Blüten lässt uns fliegen, eine andere lässt uns länger leben, wieder eine andere macht es Dank Edison möglich, dass ich zeichnen kann, selbst wenn die Sonne schon lange untergegangen ist. Kunst erzeugt abstrakte Träume, Ideen, Denkanstöße, welche sich nicht alle durchsetzen werden, aber jede einzelne hinterlässt seine Kreativdelle in der gesellschaftlichen Raumzeit, um im Verhältnis mit all den anderen Einflüssen vielleicht zu einer neuen Idee oder einem innovativen Ansatz zu führen, welche die Welt immer wieder aufs neue umgestaltet. Kunst erzeugt einen Erkenntnissplitter, einen von vielen, welcher die trübe Scheibe durch welche wir schauen wenn wir die Welt interpretieren, ein klein wenig klarer werden lässt.

Meine von mir bevorzugte künstlerische Ausdrucksform ist das Zeichnen auf einem weißen Blatt Papier. Diese im reinsten Nichts glänzende Welt reizt meine Sinne, bringt die kreativen Seiten in mir zum Schwingen, nach denen mein Stift meine Muster über das Blatt fließen lässt. Ich bringe einen Großteil meiner Zeit damit zu, mich mit den zu erschaffenden Realitäten, welche ich aus meinem Lebenstraum heraus kratze, zu beschäftigen. Und so wie viele andere Menschen auf der Welt die kreative Lebenswege beschreiten, wiegt das Gefühl über das pragmatische Dasein hinaus zu zeichnen, die Zweifel die jedem Schöpfer bekannt sein sollten, auf.

Ich signiere meine Bilder unter anderem mit meiner Faust, oder kleinere Bilder mit einem Fingerabdruck, welcher symbolisch für die Faust steht. Die geschlossen Faust symbolisiert einen Druck ausübenden Faktor, welcher in den Rand der Kugel der Gesellschaft eine Delle schlägt.  Die Finger stehen für die 5 Faktoren, welche mir als Indikator für mein Verständnis von Kunst dienen. Können, Inhalt, Kreativität, Unangepasstheit und Zeit. Mein durch die Faust symbolisiertes energetisches Statement schickt seine Gravitationswellen vom Rand in das Zentrum der Gesellschaft, um in Wechselwirkung mit anderen Einflüssen, eventuell zu neuen Denkansätzen zu führen, welche unser gemeinsames Leben bereichern. 

 

Ist es möglich den Himmel zu küssen?

Ist es möglich das Leben im Leben zu vermissen?

Kunst ist ein Hebel, sie hebelt mich aus.

Sie schreibt mit hartem Stift: “Ich bin dein Werkzeug,

ich bin alles was du hast,

nichts oder eben alles, oder eine beschissene Last.

Die Schwere der Bedeutung, der Richtung deines Strebens,

ist nur ein Traum eines verträumten Lebens,

offensichtlicher Hebel eines idealisierten Knebelns.” 

 

Im Teilchenmeer der kreativen Übereinkunft werden beständig neue Muster erschaffen, mein Muster erzeugt ein Bild, einen kleinen Musterwirbel, welcher mit allen anderen Mustern im Verhältnis steht. Die Frage ob Kunst sinnvoll ist beziehungsweise ob sie evolutionär gesehen einen Nutzen hat ist unerheblich. Denn die Teilchenkonfiguration meines Bildes ist durch mein Schaffen unwiderruflich vorhanden, und ich und das Bild haben uns aus der Summe all der wechselwirkenden Informationen vom Urknall bis heute herauskristallisiert, und eine andere Teilchenkonfiguration als die meines Bildes, ist nicht möglich gewesen.

Wir sind eine Projektion der Quantenmechanischen Wahrscheinlichkeiten. Somit war meine Kunst in dieser Ecke des Multiversums am wahrscheinlichsten. Wahrscheinliche Impuls- Verkettungen über alle Narrative hinweg, führten zu meiner Geschichte und meiner Kunst. Meine wahrscheinlichste Ereignisspitze mündet im determinierten Produkt meiner berechenbaren Kreativität, einer Zeichnung.

Auf der Suche nach elementaren Kunstwerken, kratze ich mit meinem Bleistift Ordnung in die Welt. Dabei spielt es für mich keine Rolle wie groß der Aufwand ist den ich dabei betreibe, um dieses Ziel zu erreichen. Ich hauche einem unentdeckten Land, einem weißen Blatt Papier Leben ein. Die Spiegelungen eigenwilliger Gedankengänge in den lichten Schatten meiner Kunst erzeugen meinen ganz und gar persönlichen Stil, welcher sich unverkennbar in meinen Zeichnungen niederschlägt und gewollt der weiterführenden Veränderung unterliegt. Diese durch mich erschlossene Welt bin ich, sie ist zu einem unverrückbaren Teil von mir geworden und sie hat für mich Bedeutung. Meine Kunst ist ein Symbol der Kontrolle über das Chaos. Sie beinhaltet das glänzende Muster eines entfesselten Individualismus, eine vehemente dauerhafte Infragestellung meiner Gegenwärtigkeit und das Versprechen einer schillernden Zukunft. Sie erzwingt einen Wechsel der Perspektive, weg von dem kleinen Daseinsausschnitt meines Lebens, hin zu dem prächtigen Bild der Welt, welches uns alle umgibt. Meine Intension ist es ein Werk zu erschaffen, welches einen Wert mit der niedrigsten mir möglichen Entropie aufweist, ein Bild welches durch die größtmögliche durch mich erbrachte Leistung ermöglicht wird. Das angestrebte Ziel der bildnerischen Ausformulierung meiner Kunst ist absolute Ordnung, absolute Kontrolle. Warum ich das tue und nicht dem Zeitgeist der Chaoszunahme in Form von Bildern a la Jackson Pollock Rechnung trage, ist der, dass ich der Meinung bin, das ein Bild mit niedriger Entropie, ein geordnetes Werk, eine stärker ausgeprägte Leistung einfordert, als ein Werk bei dem ich versuche so wenig Kontrolle wie möglich auszuüben. Und da einer der Aspekte, weswegen ich mich für die Kunst entschieden haben der ist, dass ich einen, meinen persönlichen Fingerabdruck hinterlassen will. So liegt es auf der Hand, dass ich möchte, das so viel wie möglich von mir persönlich in meine Werke einfließt. 

 

Im Abseits gedeiht sie,

am Drehspieß des Strebens, 

auf der Flamme eines Künstlers. 

Das Verbrennen umgehend,

durch beständiges Drehen. 

brennt sie sich in sein Fleisch.

Durch die Kunst zu Leben 

erzeugt er sein brennendes Reich.

 

Ich liebe nicht die Kunst, doch ich liebe das was sie aus mir gemacht hat. Ich liebe nicht das Zeichnen, sondern den Moment der Vollendung. Ich liebe nicht das Spiel auf der Bühne, doch liebe ich die Anerkennung und den Respekt, welcher über die Kunst in mein Leben getragen wurde. 

In der Irrationalität der Kunst versteckt sich das Wesen der Wirklichkeit, im Rationalen die Angst vor dem Kontrollverlust. Künstler sind Pioniere der Vorstellungskraft und erschaffen ein Universum der Möglichkeiten. Kunst hat mich von dem verführerischen Duft der Mittelmäßigkeit, hin zu dem erstickenden Gestank eines bedeutungsschwangeren Egos geführt. Sie hat meine durch Fakten eingeengte Sicht mit farbenprächtigen Spektren durchsetzt und meine durch reduzierte Informationen bestimmte Welt mit bescheidener Erkenntnis benetzt. Kunst ist nicht das was ich wollte, sondern das was ich tun muss, um mich von mir selbst zu befreien. Sie ist nicht die Lösung eines meiner Probleme, sie ist ist nicht der Schlüssel zu Anerkennung und Ruhm beziehungsweise einem sorgenfreien und glücklichen Leben. Sie ist ein Schlüssel, den Mensch versuchen sollte zu erschaffen, um das Schloss zu öffnen welches ihn umschließt. Doch bei der Erschaffung seines individuellen Schlüssels wird der wahrhaftig Suchende geblendet von der Vielfalt an Schlüsseln die in das Schloss passen.

Kunst ist die immerzu auf neue stattfindende Erneuerung der Erfindung des Rades, der Einzige Unterschied zu einem Rad ist, dass meine Bilder nicht rollen.


pORTFOLIO


Eingereichte Bilder

Bitcoin

Ein Schrei bricht die Hülle vergrabener Stille,

erwachend zu emsigster Interaktion,

denn winzige Würmer schaben mit Löchern Träume in die

Wurmgeschlechter einer nachfolgenden Generation.

Die Sehnsucht nach Schwere und der Verlust der Leere,

veranlasst das Graben nach den elementarsten Fragen.

Doch neue Löcher entstehen ganz von allein, 

eruptiv in die Raumzeit vergraben in sich verästelnden Pfaden

zu dem einem Loch.

Durch sein, des Wurmes beständiges buddeln,

immerzu aufs Neue befeuert zu seinem sklavinistischen Joch.

Innovative Träume werden umspült von Würmern die sich selbst untergraben,

ihr kurzer Moment ist der Antrieb hinter dem prächtigen Bestand all ihrer Fragen.

Sie wühlen im Boden nach Hoffnung

und hegen einen Traum von riesigen Löchern, 

fliegenden Bäumen und virtuellen Gewürm in prächtig gestalteten Räumen.

Dieser Traum von Raum erzeugt einen virtuellen Baum, 

einen Wald, eine Welt, in welcher jedweder Wurm letztendlich in sich zu Informationen 

zerfällt.

Wir die Würmer der letzten Innovation, 

sind nichts weiter als ein Katalysator einer weiterführenden Information.

Der Bitcoin ist ein internationales, dezentral verflochtenes Glaubensbekenntnis einer Community, den Investoren, von Menschen die an das Prinzip dieser Technologie glauben und bereit sind mit ihren hart verdienten Kröten darauf zu wetten, dass die Kurse weiter steigen. Er ist die erste, hinsichtlich der Marktkapitalisierung bislang die größte und am weitesten verbreitete aller Kryptowährungen.

Die maximale Menge der Coins ist auf 21 Millionen beschränkt, davon ist ein Großteil durch Mining bereits erzeugt worden.                                                                                Das Zahlungssystem Bitcoin besteht aus einer Blockchain, einem dezentralen Rechnerverbund, in ihr werden alle Bitcoin-Transaktionen verzeichnet.                          Die Datenblöcke von Bitcoin und Co wurden und werden im kalten daten feuer tasten prügelnden nerds geschmiedet, diese Information Funken haben gezündet und sind dabei, die Finanzwelt in Brand zu setzen. Ein neuartiger Stier, aus den Informationsverflechtungen dieser Datenklumpen hervorgegangen, ist dabei die Finanzwelt auf die Hörner zu nehmen, das rote Tuch der zentrierten und kontrollierten Finanz- und Gesellschaftssysteme in dezentralisierte Stücke zu zerreißen.    Werte aus dem scheinbaren Nichts streben ans Licht, ein Elektronengeflecht, ein verflochtenes Informationslabyrinth sich endlos potenzierender, sich selbst optimierender molekularer Splitter, zu neuen Realitäten verwoben und jegliches Werteverständnis, Glaubensbekenntnis wird dabei verschoben.                                   Dieses Geflecht aus Informationen erhebt den Anspruch, die Finanzwelt zu missionieren, um der Logistik der Informationsübertragung und -verarbeitung einen spekulativen Wert zuzuordnen. Ein Wert, welcher uns verführt zu investieren. Die eventuell daraus resultierende Belohnung ist eine Wertsteigerung, die uns in der Annahme bestätigt, dass ein realer Wert existiert und unser Vertrauen in das neue Wertesystem stärkt.Kryptowährungen sind meiner Meinung nach ein optimierter Katalysator zur weiterführenden Anpassung unserer Werte an die Ansprüche unserer Zeit. Das macht sie zu einen effektiveren Potenzial bzw Energiespeicher unserer kollektiv erbrachten Leistungen als herkömmliche Währungen. Sie sind ein Indikator des Levels unserer gesellschaftlichen Steigerung der Energieeffizienz.   Ich persönlich gehe davon aus, dass das Vertrauen in die Kryptowährungen in Zukunft zunehmen wird, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die nationalstaatlichen Währungssysteme an Vertrauen verlieren.  Je mehr Menschen diesem Beispiel folgen, umso stärker geraten die Nationalstaatlichen Wertesysteme unter Druck und die Vertrauensverlustspirale führt dazu, dass die sich immer weiter manifestierenden dezentrale Dogmen der Krypto Community, ein neues Glaubensbekenntnis formulieren. Eine dezentralisierte Wertoptimierungsspirale ist Teil dieses Bekenntnisses, der Glaube an den Wert potenziert diesen ins Unermessliche. Die durch uns entwickelte und gesäte Saat der Werteapokalypse, einer sich selbst optimierenden Information, geht auf und ein völlig neuartiges digitales Ökosystem geht an den Start. Die Evolution der Kryptowährungen ist in vollem Gange, ein informatives Hintergrundrauschen flüstert und verführt unsere Sinne, wie eine Spinne die ihr Netz spinnt bis sie selbst in den fadenscheinigen Informationssträngen verfangen ist, um in ihrem selbst versponnenen egozentrischen Daseinsfunkeln, im Wohlstand zu ersaufen.  Etwas anders ausgedrückt, dieses Spinnennetz trägt in seiner ihm innewohnenden Struktur, digitales Leben in sich und wir sind eventuell nur noch ein ehemals recht informatives Auslaufmodell, evolutionärer Abfall auf der Müllkippe der Exinnovationen.  Ob Bitcoin, welcher als erste begrenze Kryptowährung, als digitales Gold gehandelt wird und Prognosen in Zukunft von einer Wertsteigerung bis zu einer halben Million Euro pro Bitcoin ausgehen, oder andere Kryptokonzepte, welche datenfreundliche Dienstleistungen und Tausende von Anwendungsmöglichkeiten beinhalten, die dynamische Welt der Kryptowährungen, ihr Mikrokosmos und ihre Wechselwirkung untereinander im Verhältnis zu uns Menschen, beinhaltet nicht mehr und nicht weniger als die Evolution der Information.   Die Evolution der Information hat auch uns hervorgebracht und durch unserer Fähigkeit zu abstraktem Träumen, unserer Gier und unserer Suche nach einem Sinn im Dasein, um unserem Leben einen Wert zuzuordnen, werden Werte, wird die Evolution von Werten in diesem Augenblick in die digitalen Räume verlagert. Wir sind der Katalysator einer neuen Zeit ,wir haben die Aktivierungsenergie aufgebracht welche den züngelnden Funken unseres Begehrens mit den Möglichkeiten der Digitalen Welten kombiniert.   

 

Im Bild zu sehen ist ein Stausee. Dieser Stausee ist als Metapher auf den Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu verstehen. Ich verstehe Währungen und Kryptowährungen als Potential bzw Energiespeicher, deswegen ist meine Wahl bei der metaphorischen Interpretation auf einen Stausee gefallen. Die zeichnerische Darstellung des Stausees beinhaltet mehrere Ebenen, eine übergeordnete in Form eines großen Sees im oberen Teil des Dammes(dem Bitcoin) und zwei kleinerer im mittleren Teil des Dammes, welche andere Kryptowährungen symbolisieren. Diese Darstellung soll verdeutlichen, wie aus dem Potenzial des Bitcoins eine Ökosphäre der Dämme erwachsen konnte und weiter wachsen wird. Der obere Teil des Stausees bricht, was wiederum als Metapher für die Erneuerung zu verstehen ist und nicht als Apokalypse. Im oberen Teil der Zeichnung sind helle sich nach unten öffnende Lichter zu erkennen. Dieses Licht beinhaltet das Potenzial einer verfeinerten Energieeffizienz, es fließt in den Stausee des Bitcoins und beinhaltet die Götterdämmerung der Kryptowährungen. Dieser durch Lichtspuren angedeutete energetische Fluss, fließt am linken Bildrand bis ganz nach unten und fließt dort, angedeutet durch zwei Sphären die aus der Tauf gehoben werden, in zwei neu entstehende 3D Welten. Ich habe eine der beiden Secondlifewelten bewusst so gezeichnet, damit sie an die von oben betrachtete Erde erinnert. Daneben ist eine Gruppe von Menschen zu sehen, die sich im Verhältnis zu der Allmacht der Energieeffizienz einer digitalen Revolution, in Form dieses martialischen Dammes klein und gleichzeitig wichtig vorkommt, denn wir, bzw sie haben diesen Damm erst möglich gemacht. Des Weiteren sind viele miteinander verbundene Informationscluster zu sehen, sie stellen in Form eines sich wiederholenden Musters den Bitcoin dar. Die zeichnerische Umsetzung soll an eine Zelle erinnern. Eine Zelle ist ein Coin. In der Summe stellt es meine metaphorische Interpretation einer Kryptowährung dar. Genau wie beim Damm wo sich neue Dämme etablieren, entstehen auch hier am laufenden Band neue Zellmuster, die sich im Bild durch Abweichungen von der Norm manifestieren.

 

Die Bombe in deinem Kopf

 

Eine Gesellschaft, die die Geburtenkontrolle als unverzichtbares Mittel zur Einschränkung der Umweltzerstörung bzw. des Klimawandels erkannt hat, würde angeglichene Standards benötigen, um im weltweiten Konsens, also auf demokratischer Basis, eine weltweite Geburtenkontrolle zu verabschieden.

Diese angeglichenen Standards beinhalten Lebensstandards, Religionen, Ideologien, Rechtsverständnis, und die nationalen und persönliche Interessen der verschiedensten Ethnien auf dem Planeten.

Ein, über alle Standards hinweg harmonischeres Zusammenleben als es jetzt denkbar ist, müsste der Fall sein.

Durch die Einebnung der Unterschiede des Ungleichgewichtes in ein Gleichgewicht, wäre die Gesellschaft in der Lage, dem Klimawandel und der unausgeglichenen Verteilung der Ressourcen etwas entgegen zu setzen.

Wir wären über unsere kleinen im persönlichen Streben verhafteten Unzulänglichkeiten hinaus gewachsen und der Planet wäre gerettet.

Darüber hinaus, hätten wir den perfekten Grundstein für eine Gesellschaft ohne Krieg, Armut, bzw. jegliche Form der Ungerechtigkeiten gelegt.

Allerdings würden in dem darauf aufbauenden Haus, die immer kontroversloseren Impulse, des nicht mehr vorhandenen Ungleichgewichts der Gesellschaft dazu führen, dass wir kollektiv stagnieren bzw. dem gesellschaftlichen Wärmetod anheimfallen.

Denn die fehlende Impulskraft unserer ehemals konfliktbeladenen Welt führt dazu, dass weniger kontroverse Informationen miteinander in Wechselwirkung stehen.

Anders ausgedrückt, beinhaltet eine ausgeglichene gerechte Welt, auch gleichzeitig den langsamen Tod derselbigen, einen angenehmen Tod am Herdfeuer der effizient verteilten kollektiven Energie bzw. Informationen.

Beim Absterben jeglicher Formen bzw. Informationen, die in irgendeiner Weise in Beziehungen zueinander stehen, geht es immer um die effiziente Verteilung von Energie bzw. Informationen.

Für das Ei das auf den Boden aufschlägt, bedeutet es zu zersplittern, um sich als schlierige Masse über den Fußboden zu verteilen.

Es trocknet ein, wird bestenfalls weggewischt, der Lappen wird ausgewaschen, Reste des Eies landen in der Kanalisation, bis hin zu den Ratten die es aufnehmen, um es immer weiter zu verteilen.

Die Ratte wird vielleicht durch eine Katze ihrem eigenen Wärmetod überantwortet, womit die Katze ohne sich dessen bewusst zu sein, dem Wärmetod des Eies Rechnung trägt.

Der Versuch der Kontrolle über das Ei, um der Verteilung seiner Informationen etwas entgegenzusetzen, ist illusorisch.

Ich könnte es in einen Safe einschließen und mehrere Kraftfelder darum errichten, die Zunahme der Entropie in Bezug auf das Ei könnte ich trotz allem nicht stoppen.

Für unsere Gesellschaft und die darin lebenden Menschen bedeutet das, das der gesellschaftliche Wärmetod, die effizienteste Verteilung aller Informationen, einhergeht mit der Erschaffung einer perfekt ausgeglichen Gesellschaft.

Sollten wir allerdings in der Lage sein, die Entropie unserer Gesellschaft im Verhältnis zum Gesamtsystem niedrig zu halten, würde das bedeuten das wir ein klein wenig mehr Zeit bekämen, um unseren Weg zur kollektiven Perfektion zu gehen.

Fazit ist, je länger wir brauchen, um die perfekte Gesellschaft auszuformen, desto länger dürfen wir am kreisenden streben unserer verflochtenen Leben teilhaben.

Letztendlich wird dann doch unser kollektives Aus in die Raumzeit gezeichnet.

Denn durch die voranschreitende Expansion des Raums, kann die Gravitation ihren Auftrag Ordnung zu erzeugen, nicht mehr erfüllen und die Entropie nimmt immer weiter zu.

Die Elemtarteilchenfluktuationen, genannt Galaxien, nebst allem was die Sternenhaufen an Lebensformen hervorbrachten, haben sich wie das Ei, letztendlich dem universellen Wärmetod ergeben müssen.

Die Informationen haben sich gleichmäßig über das gesamte Universum verteilt und können durch die voranschreitende Expansion des Raums nicht mehr miteinander wechselwirken.

Impulslose kalte Unordnung, ohne die Möglichkeit Ordnung zu erzeugen.

Doch obwohl der Wärmetod durch die Zunahme der Entropie für uns Menschen unausweichlich scheint, so beinhaltet diese molekulare sturmfront Ordnungsinseln in Form von Galaxien Sonnensystemen und Planeten wie unsere Erde.

Dieser sturm beinhaltet Leben und was noch viel bemerkenswerter ist, unsere Bewusstwerdung.

Also könnte eine Antwort auf die Frage, warum gibt es uns und wieso haben wir ein Bewusstsein lauten:

Das Bewusstsein ist eine unausweichliche Konsequenz einer effektiven Energieverteilung über das Universum und eine Spezies die ein Bewusstsein entwickelt hat ist effizienter in der Lage, die Entropie des Gesamtsystems zu erhöhen.

Die Bombe in unseren Köpfen, ist die energetische Information der innovativen, einer  sich potenzierenden Energieverteilung, deren unausweichliche Konsequenz die Bewusstwerdung beinhaltet.

Nur was macht eigentlich unser Bewusstsein aus?

Was genau ist dieses imaginäre, undefinierte, unter- oder überschätzte und ach so individuelle Bewusstsein?

Sind es die Neuronalen Strukturen des Informationen verarbeitenden Netzwerks unseres Gehirns, die das Substrat einer Bewusstwerdung beinhalten bzw. uns eine Bewusstwerdung suggerieren? Ist es das Muster der Teilchenanordnung bzw. die wechselwirkenden Informationen der Elementarteilchen im Teilchenmeer unseres Bewusstseins, die den Unterschied zwischen bewussten Erleben und unbewusster Information ausmacht? Oder liegen die Muster der Bewusstwerdung noch tiefer in den komplexen Schwingungsmustern der Strings versteckt? Meiner Meinung nach grenzt es schon an ein Wunder, das scheinbar zufällige Teilchenanordnung, die sich selbstständig darauf ausrichten, Energie so effizient wie möglich aufzunehmen, sich ihrer selbst bewusst werden können.

Ich bin mir in diesem Augenblick bewusst, dass ich mir meiner selbst bewusst bin, doch kann ich mir dessen wirklich bewusst sein?

 

Im Mittelpunkt des Bildes ist ein Mensch zu sehen, der durch die - temporär begrenzte - aufkeimende Bewusstheit in Bezug auf seinen Tod, krampfhaft versucht, seine Umgebung und sein Leben einzuordnen und zu kontrollieren. Anders ausgedrückt, etwas Elementares mit Ewigkeitsanspruch zu erschaffen. Er versucht das Chaos zu ordnen, er erschafft ganz persönliche Ordnungsinseln, die im Verhältnis zur Entropie des Gesamtsystems eine gleichbleibende oder sogar abnehmende Entropie beinhalten können. Diese Inseln sind unter anderem auch meine Bilder, was diese Inseln bei dir beinhalten, kann ich nicht sagen. Es könnten deine Kinder sein, oder eine Firma die du gegründet hast. Vielleicht ist es aber auch deine Liebe zur Natur und das Schützen derselbigen was dich ausmacht. Völlig egal um was es geht, ich bin der Meinung, dass ein großer Teil unseres Antriebs darauf basiert, dass wir nach etwas suchen, was unserem Leben über unseren Tod hinaus Substanz verleiht. Die Eier in den Gläsern beinhalten diesen Versuch von Kontrolle, sie beinhalten unseren Anspruch etwas Dauerhaftes zu hinterlassen. Links und rechts davon sind die von mir geordneten und doch chaotischen Strukturen des uns umgebenden Informationsozeans zu sehen. In Form von abstrakte Formen, die auch gegenständliche Elemente beinhalten. Rechts im Bild ist ein Junge zu sehen, der mit heruntergelassener Hose pinkelt. Diese Bildmetapher beinhaltet die chaosspendende Natur der Jugend, die neue und kontroverse Impulse in die Gesellschaft einbringt, indem sie auf die Regeln pisst. Je älter der Mensch wird und seinem unausweichlichen Ende entgegengeht, umso größer sein Unendlichkeitsanspruch, er will etwas Substanzielles hinterlassen, was die Zeit überdauert. Das Kind im Bild bricht diesen Drang nach Ordnung, indem es meine und die deine Welt immer wieder aufs Neue in Frage stellt.

 

Die Grundlagenforschung 

 

Im Zettelmeer der kognitiven Entzerrung der Welt werden viele Pfade in der Summe der Möglichkeiten zum berechenbaren Bug des Schiffes, der wahrscheinlichsten ereignisspitze die unter dem Druck des Sturms der Forschung über das selbsterschaffen Formelmeer jagt. Scheinbar für alle Zeit getrieben und durch die Gezeiten hin und her gerissen, treibt es seinem Schicksal entgegen, bis ans Ende der bekannten Welt, über den Rand des Tellers hinaus und über die Grenzen des Wissensozeans hinaus versuchet es sich zu definieren, zu lernen um zu wachsen. Die festgesteckten Grenzen zu verschieben ist der Grund welcher uns vorantreibt, die daraus resultierende Grundlagenforschung ist die Grundlage aller Extreme, die im abgeschliffenen Kontext die Menschheit bereichert. Spektakuläre Nanodigitaleatombombeninovationen sind die daraus resultierenden Mutationen der Ideen einiger Menschen, die der Schönheit des Wahnsinns der Evolution, in all ihren Konsequenzen Rechnung tragen. In eine absolute Richtung geprügelte Gedankenanomalien, die in der Summe zu einen Wegweiser für nachfolgende Generationen werden. Das Absolute Glaubensbekenntnis an die Forschung und der Glaube daran dass sich alles in der Welt rational erklären lässt. Wissenschaft ist ein versuch von Kontrolle, über etwas, das sich meiner Meinung nach der absoluten Kontrolle scheinbar bis in alle Ewigkeit entziehen wird. Wenn sich uns die absolute Erkenntnis und Kontrolle entzieht, was ist es dann was uns dazu bringt der Neugier in Bezug auf alles, unser Leben zu verschreiben. Gefühle von Überlegenheit, das Ego, oder die Angst vor dem Tod und der daraus erwachsenden Bedeutung die durch Endlichkeit an Bedeutung gewinnt.?  Die Befriedigung der Neugier durch kleine Erfolge die uns eventuell dem großen Ganzen näher bringen? Status ? Oder ist es eine Krankheit, ein Virus, eine Infektion des Menschlichen Daseins, was dem infizierten Menschen bereichert, zu einen denkenden infrage stellenden Individuum macht? Wie eine Hydra in unseren Herzen, die uns auffrisst, ausfasernd um sich greift und mit kompromissloser Kreativität auf jegliche Konsequenzen scheißt. Die Infektion der Erkenntnissuche einmal im Blut, wird die Suche zu einer einsamen intimen Selbstzerfleischung aber auch zu Impulsen die das eigene Sein befeuern. Dieses wirkliche Sein fasziniert, regt an, ist elementar, verbindet und ist das einzige was zählt. Also lasst euch anstecken und rennt nicht gleich zum Arzt nur weil ihr anders seid, nehmt es an und macht was draus. Brennt für die Sache, nicht nur für die Belohnung. Einzig und allein der Funke der Erkenntnissuche ist die Treibende Kraft, die wenn sie in dir zündet, dich auf die nächste Ebene des Seins erhebt. Das ist die Symmetrie der Natur, ein Menschen der das was er vorfindet in Frage stellt und erforscht um zu wachsen.

Im Bild zu sehen ist ein Frequenzsturm der über das Bild zieht und in einem Formelmeer der Innovation übergeht. Auf dem Innovationsmeer schwimmt das Forschungsschiff IVANIC, in Form einer Wahrscheinlichkeitswelle die zu einer einzigen Wahrscheinlichkeit in Form des Bugs zusammenfällt. Am rechten Rand, meine Interpretation von Druck und tiefen Temperaturen. Im Vordergrund ist das auf und ab in Form einer Frequenz zu sehen, die an ihrer Spitze mit bestimmender Aggressivität eine unaufhaltsame Hydra erzeugt. Den Fortschritt.

300 x 150 cm, Bleistift, Buntstift

Das Bewusstsein aus Papier

 

Manche Menschen lesen „Krieg und Frieden“ und denken es wäre eine nette Abenteuergeschichte.

Andere werfen einen Blick auf ein Stück zerknülltes Papier und es erschließt sich ihnen das Universum.

Bei einen Stück Papier stellt jede Falte eine Information dar und diese steht mit jeder neu hinzukommenden Falte im Verhältnis.

Viele dieser Falten werden, wenn das Stück Papier groß genug ist, zu einer Falte die unendlich viele Falten enthält.

Jede einzelne dieser Falten beinhaltet unendlich viele Zustände die innerhalb des Stückes Papiers die Möglichkeiten ins Grenzenlose erhebt.

Zu einem Bewusstsein aus Papier werden lässt, dem meinen wie den deinen.

Auf den ersten Blick scheinbar nur ein zerknülltes Stück Papier, Müll, achtlos auf die Straße geworfen, dem Verfall preisgegeben.

Doch schaut man genauer hin wird es zu einen Universum der Möglichkeiten am Straßenrand.

Ein Muster in einen Muster und jedes Muster beinhaltet alles.

Fraktale Wirklichkeiten die unsere Welt umschließen, man muss nur genau hinschauen.

Diese Muster erschließen sich auch aus der Summe der Erfahrungen, die man im Laufe seines Lebens gemacht hat und werden wiederum zu einen Muster, einer Bewusstwerdung, der deinen wie der meinen.

Für viele Menschen wird ein Stück Papier am Straßenrand immer Müll bleiben und doch beinhaltet es alles.

Jede Information die man benötige um die Welt nachzuvollziehen ist darin enthalten.

Eine Information in einer Information in einer Information und jede Musterebene beinhaltet das Strickmuster des Stoffes aus dem wir entstehen konnten.

Du beinhaltest mich und ich beinhalte dich.

 

Im Bild zu sehen sind gefaltete Zustände, die in der Summer der Falten zu einen Vogel, Hai oder einen Menschen werden. Eine Bewusstwerdung ist im Vordergrund des Bildes dargestellt, sie kriecht dreibeinig durch das Leben, blutige Spuren hinterlassend, um in der Summe der Erfahrungen eine Bewusstseinsfacette aus der Raumzeit zu schürfen. Im rechten Teil des Bildes ist ein Mensch zu sehen dessen Bewusstwerdung in Begriff ist zu wachsen.

ZIGARETTENSCHAUKELPFERD

 

Ein Streichholz flammt auf, die kinetische Energie die dazu nötig ist kommt von Herzen.

Denn die Lust auf die Zigarette die damit angezündet werden soll ist groß, ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit wird das Rauchen zu einem Quell der inneren Freude.

Oder einer Metapher auf die Welt die uns umgibt inmitten vergilbte Wände ein paar klapperiger Stühle plus einen einsamen etwas billig anmutenden Tisch, die Kaffeeränder und Krümel vergangene Mahlzeiten darauf sind die Signatur der verlebten Entropiezuname.

Um den Tisch einige müde Gesichter denen man ansieht das sie einen langen Tag hinter sich haben und nicht so genau wissen warum sie ihr Leben damit vertun blauen Dunst in die Welt zu blasen.

Das ist der Platz an dem mit dem anzünden einer Zigarette in der Pause zwischen zwei verkaufsschlachten alles begann.

Die Geburt meines Zigarettenschaukelpferdes, bzw. der Information Verdichtung meines Kopfes in Bezug auf meine Ideen, den schöpferischen Prozess und meine Gedanken die dadurch in die Matrix der gesellschaftlichen Entwicklung eingehen und mit allen anderen Informationen wechselwirken können.

Wir Schaukeln durch die Welt ohne zu wissen wohin die Reise geht.

Stillstand ist nicht möglich, genau so wenig wie das Erreichen des Ziels, der Sturm der Entropie treibt immer weiter  der immerwährenden Veränderung entgegen

Mir wird klar dass eine Veränderung nicht freiwillig passiert.

Dieser unveränderliche Impuls auf das Leben lässt sich nicht einfach umkehren.

Eine sehr lange Zeit habe ich versucht dieser unausweichlichen Tatsache etwas entgegenzusetzen, und wäre fast ertrunken.

Man reicht der Veränderung die Hand und lässt sich von ihr inspirieren.

Diese Hand bleibt für immer geöffnet, damit das Leben nach ihr greifen kann.

Alles ist im Fluss alles ist ständiger Veränderung unterworfen, nichts ist absolut, nicht einmal du.

Getrieben vom hochchaotischen Informationsverdichteten Fluss der Entropie, sind wir getriebene auf der suche nach Erkenntnis, nach dem ultimativen Wissen einem Kick bzw. Fick der unsere Leben bereichern soll.

Alles in dieser Welt steht im Verhältnis, so wie das wissen oder die Zunamen von Wissen im Verhältnis zum Nichtwissen steht, somit nimmt das Nichtwissen potentiell mit der Zunahme des Wissens zu.

Das bedeutet das wir niemals die absolute Erklärung, die Weltenformel die alles erklärt, finden werden und wir somit für alle Zeit unbefriedigt auf der Stelle schaukeln werden.

Im Grunde bleiben wir ein Leben lang getrieben Kinder die hin und her Eiern und durch ihr unbeholfenen Bewegungs und Erklärungsversuche, versuchen ihrem Leben etwas mehr Substanz einzuhauchen.

Intellektuelle Schutzschilde aufbauen die wir ein Leben lang mit uns herumtragen um uns krampfhaft von der Mehrheit abzusetzen aber eigentlich blasen wir nur blaue Gringel in die Welt mit dem lächerlichen  Anspruch die Welt zu verändern.

Dunst der von der Zeit hinweggeweht wird.

Die Welt ist die Welt und Veränderung ist ein Teil von ihr so unumstößlich wie der liebe Gott für einige Menschen.

Wir sind nicht die kreativen, die sich die Erde untertan machen, gestalten, entscheiden um den Planeten in unserem Sinne zu Veränderung.

Wir sind gefangen im Entropiesog einer sich ständig wandeln Veränderungsprojektion.

Ein winziger Teil von endlosen Impulsketten die die Veränderung in sich tragen und uns mit sich nehmen, wie eine Welle den Fisch der in ihr schwimmt mit sich trägt.

So wenig wie der Fisch die Richtung der Welle beeinflusst, genau so sinnlos ist der versuch die Ereignisswelle in der wir schwimmen zu beeinflussen.

Nicht wir leben die Veränderung sondern die Veränderung lebt uns.

Uns bleibt im günstigsten Fall das interpretieren der Welle.

Meine Interpretationsversuche zeigen sich im verwirbelten Dunst meiner Gedanken, die sich in Form eines Chaos erzeugenden Pferdes manifestieren, das versucht die Mauern der eigenen Unzulänglichkeit zu durchbrechen.

Meine ganz persönliche Veränderung die sich in allen Bereichen meines Lebens offenbart, sich durchsetzt um mich bis zu meinen Tod in Bewegung zu halten

Meine mir scheinbar Bewusstwerdende Explosion des Verstandes, eine Bewusstwerdung unter unendlich vielen, ein Bewusstseinspixel in einem unendlichen Bild das mit den schönsten Farben gemalt wurde die man sich vorstellen kann.

Das ist Kunst, zumindest das was ich darunter verstehe.

Mein Bild der Welt, meine ganz persönliche Ereigniswelle die dazu geführt hat das ich die Welt so interpretiere wie ich es jetzt tue.

 

Im Bild zu sehen ist das Schaukelpferd und im Hintergrund die ganz und gar mit aller mir zur Verfügung stehenden Mitteln aufgeprägte Ordnung der Unordnung, auf Deutsch ich habe versucht das Chaos genau zu zeichnen, ich habe es nicht einfach entstehen lassen indem ich so wenig Kontrolle ausübe wie möglich, ich habe es durchdacht. So wie der Binärcode die Information hinter der Entropie in der holographischen Multiversumtheorie ist. Also eine ordnende Struktur dem Chaos zugrunde liegt, so bin ich es in diesem Fall der das Chaos anordnet. Im Rechten Teil des Bildes ist ein abstrahiertes Pferd zu sehen was versucht die Mauer                                                                                               der eigenen Unzulänglichkeit zu durchbrechen.      .