INJEKTION 2014

tOmMyYyy y Kny - petzold
tOmMyYyy y Kny - petzold

INJEKTION 2014

 

Wie unsichtbare Nadeln stechen mich die Gedanken, sie piesacken mich, sie regen mich an, sie zwingen mich und sie zermürben mich.

Wie Wasser den Stein in kreative Formen zwingt, so zwingen mich meine Gedanken in eine Form.

Sind es meine Gedanken, ist es meine Entscheidung, habe ich überhaupt eine Wahl?

Werde ich in allem was ich tue vielleicht von einem insektenartigen Wesen bestimmt, was mich unausweichlich in eine Richtung führt und mir ein Ausbrechen unmöglich macht?

Krallt es sich an meinen Kopf, um mir Gedanken zu injizieren?

Nimmt es mir die Kontrolle über mich selbst?

Was genau ist eigentlich Kontrolle?

Wahrscheinlich eine Ruine unseres Egos, gebaut um nicht verrückt zu werden, um sich wenigstens die  Illusion der Selbstbestimmung zu bewahren.

Wenn ich schon sonst nicht sehr viel Mitspracherecht habe und am Ende der Tod steht, was für ein Leben wäre es denn, wenn ich auch noch die Gedanken injiziert bekäme?

Was wäre mit meiner Kunst? Was ist mit dieser Bildbeschreibung? Alles nur das Produkt eines Insekts, das mir Illusionen in den Kopf spritzt?

Wo wäre da die Entwicklung, auf die ich so stolz bin?

Wahrscheinlich bei Gott, oder im Arsch.

Im Arsch, oder bei Gott, das kommt wahrscheinlich aufs Gleiche raus.

Ob Arsch oder Gott, die Engel auf Erden zweifeln am Sein und das ist gut so.

Die, die nicht zweifeln, haben nicht versucht zu sehen was wirklich ist und werden somit in dem Glauben leben dürfen, die Größten zu sein.

 

100 x 75 cm, Bleistift, Buntstift. Diese Zeichnung dauerte circa 2,5 Monate.

 

tOmMyYyy  y   Kny  -  pEtZoLd